Ich darf Sie im Namen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion herzlich zum Kongress “Zukunft der ländlichen Räume“ hier im Reichstagsgebäude begrüßen. Mein besonderer Gruß gilt dem Vorsitzenden unserer Fraktion, Volker Kauder für die Entscheidung, diesen Kongress durchführen zu können. Des Weiteren darf ich begrüßen die Bundesministerin für ELV, Ilse Aigner.
Ich begrüße außerdem die weiteren Teilnehmer und Referenten des ersten Teils unserer Veranstaltung: Dr. Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistages
Des Weiteren darf ich die Teilnehmer der Fachforen sowie meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundestag begrüßen, die die Moderation der Foren übernehmen.
Bitte sehen Sie es mir nach, dass ich Sie nicht alle einzeln vorstelle; die Vorstellung der Referenten erfolgt in den einzelnen Foren.
Ich begrüße weiter die Vertreter der Länder- und Bundesministerien, Vertreter der Verbände sowie meine Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete aus den Länderparlamenten und dem Bundestag.
Meine sehr geehrten Damen und Herren.
Deutschland braucht starke ländliche Räume!
Unter diesem Motto könnte die heutige Veranstaltung stehen.
Deutschland hat starke ländliche Räume, - mit ihren Stärken, Vorzügen, - aber auch mit ihren spezifischen Problemen.
Die CDU/CSU-Fraktion hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die unterschiedlichsten Facetten dieses Themenfeldes gemeinsam in einem Kongress zu diskutieren.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
Die Mehrheit der Deutschen wohnt und arbeitet in ländlichen Regionen;
- rund 70 % der Deutschen lebt außerhalb von Großstädten;
- mehr als 75 % aller Gemeinden in Deutschland haben weniger als 5.000 Einwohner;
- der überwiegende Teil von 3,5 Mio. Wirtschaftsbetrieben befindet sich in Gemeinden und Mittelstädten in der Fläche.
Auch der größte Teil des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens spielt sich in den ländlichen Räumen ab; auch wenn die Städte mit ihren Problemen und Entwicklungen oft durch die Medien in den Vordergrund gerückt werden.
Die Aufgaben, um den ländlichen Raum auch zukünftig lebensfähig und attraktiv zu halten, sind enorm:
- Anbindung an Straßennetze,
- Verfügbarkeit von Datenleitungen,
- Versorgung mit sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern,
- aber auch die Pflege und Bewirtschaftung der den ländlichen Raum prägenden Kulturlandschaft.
Wir müssen verhindern, dass vor allem junge, qualifizierte Menschen aufgrund mangelnder beruflicher Perspektive aus den ländlichen Gegenden wegziehen.
Deshalb ist die Breitbandstrategie der Bundesregierung von allergrößter Bedeutung.
Nur in einem Miteinander zwischen allen Beteiligten kann die Versorgung in den ländlichen Gebieten gesichert werden:
- von vielen klein- und mittelständischen Gewerbebetrieben
- sowie den landwirtschaftlichen Betrieben in der Vielfalt der Unternehmensformen und Ausrichtungen.
Wir setzen uns für einen sektor- und ressortübergreifenden Politikansatz der Bundesregierung ein, um die politische Koordinierung bei der Erarbeitung einer nationalen Strategie zur Förderung und Entwicklung der ländlichen Räume sicherzustellen.
Der ländliche Raum braucht eine starke Agrar- und Ernährungswirtschaft!
- Die deutsche Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft ist das Rückgrat lebensfähiger ländlicher Räume.
- Sie ist Garant für eine sichere und hochwertige Versorgung der Verbraucher mit Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen und den Erhalt der vielgestaltigen Kulturlandschaft.
- das Agribusiness steht in Dt. für über 4 Mio. Arbeitsplätze im ländlichen Raum mit enger Verbindung von Lebens- und Arbeitsumfeld der dort Tätigen.
- Jeder 9. Arbeitsplatz geht auf das Agribusiness zurück,
- der Produktionswert liegt mit rd. 550 Mrd. € jährlich bei gut 15 % des Produktionswertes der deutschen Wirtschaft.
- Exportwert von Agrar- und Ernährungsgütern beträgt über 50 Mrd. €.
Die erfolgreiche Exportstrategie des BMELV muss daher fortgesetzt und weiterentwickelt werden.
Die Bedeutung unserer landwirtschaftlichen Betriebe wird in den nächsten Jahren noch zunehmen:
- Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln: jährliche Zunahme um 80 Mio. Menschen;
- die Nachfrage nach Energie steigt, die Ressourcen fossiler Energien gehen zur Neige;
- die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen zur stofflichen Nutzung steigt ebenfalls; mehr als 10 % aller eingesetzten Stoffe entstammen mittlerweile aus regenerativen Quellen.
Deshalb steht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fest zu einer marktgerechten Entwicklungsmöglichkeit unsere Agrarwirtschaft.
Wir brauchen starke ländliche Räume und eine starke Land- und Ernährungswirtschaft!