Hier startet die Suche.

Twitter Fraktion

Twitter Abgeordnete

Hier startet der Seiteninhalt. Der Accesskey zur Rückkehr zum Seitenanfang ist die Ziffer 1.

Zum Seitenanfang
26.01.2012

Albert Rupprecht

Für Gesundheit, Mobilität und Unabhängigkeit im Alter

Gespräch mit Albert Rupprecht über die Forschungsagenda für den demografischen Wandel




In der Forschungsagenda der Bundesregierung für den demografischen Wandel, über die der Bundestag am Freitag debattiert, werden die Programme und Maßnahmen der einzelnen Ressorts zusammengeführt. Schwerpunktthemen sind unter anderem Gesundheit, Mobilität und unabhängiges Wohnen im Alter. cducsu.de sprach mit dem forschungspolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Albert Rupprecht, über die Agenda.


Frage: Herr Rupprecht, die Forschungsagenda muss als Dach für eine Reihe von Programmen und Projekten einzelner Ressorts verstanden werden. Wieviel Geld steht dafür insgesamt zur Verfügung?

Rupprecht: In den Jahren 2012 bis 2016 stellen wir bis zu 415 Millionen Euro bereit. Fünf Ressorts haben bereits laufende Programme oder planen Forschungsaktivitäten. Das Spektrum reicht von der angewandten Pflegeforschung über Hightech-Assistenzsysteme bis zu Beschäftigungsperspektiven für die Generation „50plus“.

 

Frage: Die Wirtschaft sucht händeringend nach Fachkräften. Wie kann man die Erfahrung älterer Menschen besser nutzen?

Rupprecht: Die meisten Unternehmen haben längst erkannt, dass sie ohne Ältere ihren Fachkräftebedarf nicht decken können. Hierbei gewinnt die Weiterbildung zunehmend an Bedeutung. Mit der Bildungsprämie haben wir ein Programm aufgelegt, das vor allem den Beschäftigtengruppen zugutekommt, die bei der betrieblichen Weiterbildung bislang unterrepräsentiert sind: Frauen, Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen, Teilzeitbeschäftigte und Menschen mit Migrationshintergrund. Mit einem Gutschein im Wert von durchschnittlich 310 Euro wurden weitere 655 Euro an privatem Kapital für Weiterbildungen mobilisiert. Nach 150.000 Förderungen in der ersten Phase haben wir das Programm Ende 2011 um zwei weitere Jahre verlängert.

 

Frage: Gesundheit ist die Voraussetzung dafür, dass ältere Menschen im Beruf und ehrenamtlich länger aktiv sein können. Welche Vorsorge wird dafür getroffen?

Rupprecht: Natürlich möchten wir alle so lange wie möglich ohne spürbare Einschränkungen leben. Hier spielen Prävention, Ernährungsforschung und Bewegung eine ebenso große Rolle wie technische Unterstützung an belastenden Arbeitsplätzen. Denken Sie etwa an Dachdecker oder Stahlkocher.  Vielleicht genauso wichtig ist die Erforschung der  gesundheitlichen Folgen von 40 Jahren am PC. Falls dadurch Beeinträchtigungen entstehen, muss für nachhaltige Rehabilitation gesorgt werden.

 

Frage: Zu Hause wohnen im Alter sichert ein Stück Unabhängigkeit. Mit welchen Wohnformen kann das unterstützt werden?

Rupprecht: Generationenübergreifendes Wohnen, sei es in der Familie oder in modernen Wohnformen, sind sicher die prominentesten Ansätze.  Unabhängigkeit im Alter bedeutet aber für viele: in den eigenen vier Wänden leben. Dafür ist eine barrierefreie Wohnung die Voraussetzung. Darüber hinaus können technische Hilfsmittel wie Sturzsensoren im Boden und Notrufsysteme bei ersten Einschränkungen ein sicheres Leben in der eigenen Umgebung ermöglichen.

 

Frage: Mit welchen Maßnahmen wird sichergestellt, dass ältere Menschen im ländlichen Raum nicht von der Außenwelt abgeschnitten werden?

Rupprecht: Forschung und Technik können nachbarschaftliche Hilfe nicht ersetzen. Aber der Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln spielt eine große Rolle, wenn ältere Menschen auf dem Land mit der Außenwelt in Verbindung bleiben wollen. Allerdings lässt die Benutzerfreundlichkeit von technischen Geräten noch zu wünschen übrig: Weniger Funktionen, größeres Display und größere Tasten allein sind noch keine ausreichenden Antworten.

Damit ältere Menschen mobil bleiben können, braucht es auf dem Land vor allem intelligente Verkehrskonzepte. Bei individuellen Verkehrsmitteln wie Auto oder Fahrrad braucht es technologische Verbesserungen, die die Orientierung erleichtern oder die Sicherheit  erhöhen.

Albert Rupprecht

Foto: Armin Linnartz
Albert Rupprecht


Themen - A bis Z

*Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die kostenlose Verwendung der Bilder nur bei Quellenangaben möglich ist. Eine gewerbliche Nutzung sowie die Einstellung in externe Datenbanken bedarf unserer Genehmigung.
Für Gesundheit, Mobilität und Unabhängigkeit im Alter