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13.05.2009, 15:30 bis 17:30 Uhr
Entwicklungspolitisches Forum
Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung
Berlin, Deutscher Bundestag, Jakob-Kaiser-Haus, Raum 1.228, Eingang Dorotheenstr. 100
Die deutsche Wirtschaft ist stark abhängig von der Versorgung mit energetischen und mineralischen Rohstoffen aus dem Ausland.
Der weltweite Wettbewerb um Rohstoffe ist seit dem Aufstieg der Schwellenländer intensiver geworden. Die globale Nachfrage steigt und die Methoden der Beschaffung haben sich gewandelt: Die staatlich flankierte und den Weltmarkt umgehende Rohstoff-Beschaffungspolitik einiger Schwellenländer stellt jene Volkswirtschaften, die ihren Bedarf bisher über den Einkauf auf dem Weltmarkt abgedeckt haben, vor eine neue strategische Herausforderung.
Deutschland muss sich dieser Herausforderung stellen und neue Antworten und Strategien entwickeln, um die Rohstoffversorgung für alle transparent, fair und nachhaltig zu sichern. Dazu gehört die Diversifizierung der Rohstoffquellen, die viele rohstoffreiche Entwicklungsländer in den Fokus der eigenen Interessen rückt. In diesen Ländern stellt sich der potentielle Rohstoff-Segen jedoch häufig als Rohstoff-Fluch heraus: Die extraktive Industrie verursacht Umweltzerstörung. Die lokale Bevölkerung wird von Rohstoff-Profiteuren ausgenutzt. Die Regierungsführung verschlechtert sich, demokratische Kontrolle gerät unter Druck, Korruption macht sich breit. Die Volkswirtschaft wird abhängig allein vom auf und Ab der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt. Gewalttätige Verteilungskämpfe um die Rohstoffquellen, wie im Kongo, führen zu erheblichen Sicherheitsbedrohungen. In vielen Fällen wird die Bevölkerung an den Gewinnen, die bei der Förderung ihrer Bodenschätze erwirtschaftet werden, nicht beteiligt. Die Kontrolle und Sicherung der Nachhaltigkeit im Rohstoff-Sektor ist daher auch eine wichtige entwicklungspolitische Herausforderung zur Verbesserung von Regierungsführung und Armutsbekämpfung.
An dieser Schnittstelle zwischen unserer eigenen Wirtschaftspolitik und der Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern übernimmt die Entwicklungspolitik eine zentrale Rolle. Sie kann sowohl im deutschen Eigeninteresse zur politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung der rohstoff-fördernden Entwicklungsländer beitragen und zugleich im Interesse der Partnerländer durch Kapazitätsaufbau und politische Beratung armutsmindernde Impulse setzen.
Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung – Der Beitrag der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für eine nachhaltige und sichere Rohstoffpolitik im gegenseitigen Interesse
am Mittwoch, 13.05.2009, 15.30 bis 17.30 Uhr im Deutschen Bundestag, Jakob-Kaiser Haus, Raum 1.228, Eingang Dorotheenstraße 100
In der Veranstaltung wollen wir die Relevanz der Entwicklungsländer für die deutsche Rohstoffversorgung herausarbeiten, die Situation in rohstoff-fördernden Entwicklungsländern betrachten und die Instrumente und Potentiale der deutschen Entwicklungszusammenarbeit analysieren, um Handlungsempfehlung für die künftige Politik Deutschlands für eine sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung im gegenseitigen Interesse auszuarbeiten.
Dr. Christian Ruck Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Laurenz Meyer Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie
Jürgen Klimke Mitglied im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Anfahrt
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Programm
15:30 Uhr
Begrüßung Dr. Christian Ruck MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Eröffnung
Dr. Peter Ramsauer MdB, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe, Erster Stellvertretender Vorsitzender CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Grundsatzrede
Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie
Die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft als strategische Herausforderung
Impulsreferate
- Prof. Dr. Armin Reller, Sprecher des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg
Verfügbarkeit strategischer Ressourcen - Prof. Josef Sayer, Hauptgeschäftsführer Misereor
Fluch und Segen der Rohstoffförderung in den Entwicklungsländern
Panel mit anschließender Diskussion
Beiträge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für eine umfassende deutsche Rohstoffversorgungspolitik
- Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V.
- Dr. Jörn Vogt, H.C. Starck-Head of Procurement
- Dr. Bernd Eisenblätter, Geschäftsführer der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit
- Botschafterin Delia Domingo-Albert, Botschafterin der Republik der Philippinen
Moderation Jürgen Klimke MdB
Abschlussstatement
Laurenz Meyer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
17:30 Uhr
Ende der Veranstaltung