Hier startet die Suche.

Twitter Fraktion

Twitter Abgeordnete

Hier startet der Seiteninhalt. Der Accesskey zur Rückkehr zum Seitenanfang ist die Ziffer 1.

Zum Seitenanfang
17.03.2010

Jürgen Klimke

Strategische Weiterentwicklung hervorragend angegangen

Rede zum Etat für Entwicklungspolitik




I.12) Beratung BeschlEmpf u Ber (8.A)
hier: Einzelplan 23
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Drs 17/619, 17/623 -


Frau Präsidentin!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
 
Herr Minister, herzlichen Dank für die eindrucksvollen Einblicke in die Lebensläufe Ihrer neuen Mitarbeiter. Das war unter dem Gesichtspunkt „Erfahrung und Kom­petenz“ sehr bemerkenswert.
 
Bemerkenswert finde ich vor allen Dingen, wie Sie für Ihre Mitarbeiter kämpfen und sich vor sie stellen. Herzlichen Dank dafür!
 
(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
 
Weniger bemerkenswert als orientierungslos fand ich das, was wir in den letzten Wochen lesen konnten und teilweise auch heute gehört haben. Lassen Sie mich zi­tieren: „Entwicklungspolitik mit der Abrissbirne“, „Ver­sorgung von Parteisoldaten“,
 
(Hans-Christian Ströbele [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist doch so! Sind das nicht Soldaten?)
 
„Entmachtung der GTZ“ oder das leidige Zitat von der Abschaffung des Ministeriums durch den jetzigen Mi­nister. Meine Damen und Herren von der Opposition, diese Platte hat nicht einen kleinen, sondern einen ganz dicken Sprung. Sie schaden damit nicht nur sich selbst, sondern vor allen Dingen dem Ansehen der Entwick­lungspolitik und den Menschen, die von der Zusammen­arbeit mit uns, mit Deutschland, profitieren und in dieser Zusammenarbeit teilweise die einzige Perspektive und Hilfestellung sehen. Das können wir überhaupt nicht ak­zeptieren.
 
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)
 
Im Übrigen sehen dies auch wirklich profilierte Ent­wicklungspolitiker in Deutschland so, die an einer ehrli­chen Weiterentwicklung dieses Feldes interessiert sind. Ich darf die ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin Uschi Eid von den Grünen zitieren, die anscheinend die Einzige ist, die den Mut hat, der Ideenlosigkeit der Op­position zu widersprechen:
Es gefällt mir einfach nicht, wenn alle auf Niebel eindreschen und dabei unterschlagen wird, dass der Mann entschlossen etwas anpackt, was wir schon 1998 unter Rot-Grün und später in der Großen Ko­alition wollten, aber nie geschafft haben.
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)
 
Ich kann Uschi Eid nur unterstützen. Gleiches gilt für ihre Aussage, dass die Besetzung des Ministerpostens keine skandalöse Fehlbesetzung ist. Für sie ist dieser Vorwurf einfach Unfug. Ich empfehle den Grünen, sich in stärkerem Maße der Entwicklungskompetenz von Uschi Eid zu bedienen und sich darauf zu besinnen.
 
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)
 
Die Regierungskoalition jedenfalls legt – wir haben das heute schon mehrfach gehört – die Hände nicht in den Schoß, sondern nimmt den Gestaltungsauftrag an. Ziel ist, unsere Entwicklungsinstrumente in den Organi­sationen, was Effektivität, Koordination und Kohärenz angeht, so einzusetzen, dass die Hilfe zur Selbsthilfe in unseren Partnerländern besser gelingen kann. Dieser An­satz wird auch im Koalitionsvertrag aufgegriffen. Ich bin dem Minister dankbar, dass er mit viel Reformeifer – auch gegen Widerstände – Neues beginnt. Wir betreten effiziente, kohärente Wege im Rahmen der Vorfeldorga­nisationen, bei dem Vorhaben, das BMZ gegenüber an­deren Bundesministerien zu stärken, im Rahmen der konditionierten Budgethilfe und der Spezialisierung auf die Kernsektoren zur Erreichung der Millenniumsziele und bei der Verstärkung der Kohärenz zwischen Bundes­regierung, Bundesländern und der EU, aber auch bei der Erklärung der Sinnhaftigkeit von Entwicklungspolitik gegenüber den Bürgern und den Steuerzahlern gerade in einer Zeit der wirtschaftlichen Krise sowie bei der För­derung der lokalen Wirtschaft in unseren Partnerländern durch deutsches Mittelstands-Know-how, das dorthin übertragen wird.
 
Der Weg, der derzeit in den Vorfeldorganisationen beschritten wird, ist richtig. Endlich wird hier die Lei­tungsfunktion des BMZ gestärkt. Die drei zusammenzu­legenden Vorfeldorganisationen InWEnt, GTZ und DED werden gleichberechtigt in die Fusionsprozesse einbe­zogen. Der geplante Umbau wird endlich die Doppel­strukturen abbauen und dem deutschen Entwicklungs­auftritt im Ausland unter dem Slogan „One face to the customer“ gerecht werden. Dabei ist es angemessen, dass das Ministerium künftig die Qualität der GTZ-Ar­beit kontrolliert. Die neue technische Durchführungsor­ganisation muss zuvorderst den entwicklungspolitischen Leitlinien der Bundesregierung und somit auch der Füh­rung des BMZ unterliegen. Diesem Ziel fühlt sich die Unionsfraktion verpflichtet.
 
Die Vorhaben des BMZ, die sich aus der Paris-Dekla­ration oder aus den Beschlüssen in Akkra ergeben, dür­fen nicht von anderen Bundesministerien unterlaufen werden. Das BMZ hat sich im Namen der gesamten Bundesregierung verpflichtet. Dies gilt somit auch für die anderen Ministerien. Daher ist es gut, dass Minister Niebel hier anpackt und sicherstellen will, dass die Län­derliste, die das BMZ beschlossen hat, auch für die ande­ren Ministerien Gültigkeit hat. Wir haben in mehreren Fällen festgestellt, dass das bislang nicht funktioniert. Es funktioniert wunderbar in Indonesien; aber auf den Phi­lippinen macht das Umweltministerium eine sehr viel ei­genständigere Politik, als dies gemäß der Zusammen­arbeit innerhalb der Ministerien „erlaubt“ ist. Wir sagen eindeutig: Diese Entwicklung muss gestoppt werden, da sie die Axt an die Existenzberechtigung des BMZ legt. Ich denke, dass hier nicht nur eine Pflicht der anderen Ministerien zur Information des BMZ über ihre Arbeit im Ausland notwendig ist, sondern dass auch die Leit­linie der Länderliste anerkannt werden muss. Vor allen Dingen muss sehr viel mehr Kohärenz und Zusammen­arbeit erfolgen.
 
Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt:
Herr Kollege, Sie müssen zum Ende kommen.
 
Jürgen Klimke (CDU/CSU):
Lassen Sie mich zum Abschluss sagen, dass die Reform der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich des 0,7-Prozent-Ziels völlig richtig ist. Wir brauchen aber auch mehr Gelder für die öffentliche Ent­wicklungshilfe, wir brauchen vor allen Dingen eine stra­tegische Weiterentwicklung. Diese Weiterentwicklung ist Minister Niebel hervorragend angegangen.
 
Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt:
Herr Kollege!
 
Jürgen Klimke (CDU/CSU):
Wir danken ihm dafür. Er hat die Unterstützung der CDU/CSU-Fraktion.
 
Herzlichen Dank.
 
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)
 
 
Jürgen Klimke

Foto: CDU/CSU-Fraktion
Jürgen Klimke


Themen - A bis Z

*Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die kostenlose Verwendung der Bilder nur bei Quellenangaben möglich ist. Eine gewerbliche Nutzung sowie die Einstellung in externe Datenbanken bedarf unserer Genehmigung.
Strategische Weiterentwicklung hervorragend angegangen