Hier startet die Suche.

Twitter Fraktion

Twitter Abgeordnete

  • Uwe Schummer: @DanniGustiono Nach der Wahl?
    26.05.2012 23:25 h
  • Tankred Schipanski: @StefanKaufmann Ich stimme in deinem Sinne ab! Bei der Wissenschaftspolitik sind wir ja auch auf einer Linie. Beste Grüße nach BW!
    26.05.2012 23:08 h
  • Dr. Stefan Kaufmann: @TSchipanski Kollege Schipanski ist ja heute Abend gar nicht zu bremsen hier :-) Und ich? Kann aufgrund techn. Panne ARD nicht empfangen ...
    26.05.2012 23:01 h
  • Tankred Schipanski: #esc2012 Netter Anschluss. Mein Anruf geht aber zugunsten der russischen Kekse oder doch Dänemark? Allen noch einen schönen Abend!
    26.05.2012 23:00 h
  • Tankred Schipanski: #esc2012 Der Beitrag der Ukraine lässt für die EM hoffen. Tragen die Männer in der Ukraine Röcke?
    26.05.2012 22:54 h

Hier startet der Seiteninhalt. Der Accesskey zur Rückkehr zum Seitenanfang ist die Ziffer 1.

Zum Seitenanfang
30.06.2011

Ewa Klamt

Eine weitergehende Verlagerung von Kapazitäten und Mitteln zugunsten der Polarforschung könnte nur zulasten anderer wichtiger Forschungsbereiche vollzo­gen werden

Rede zum Schutz der Polarregionen




28.*) Beratung Antrag SPD
Polarregionen schützen - Polarforschung stärken
- Drs 17/5228 -


Die Erforschung der Polarregionen übt seit über 200 Jahren eine ungebrochene Faszination auf die Menschheit aus. Bereits Mitte des 18. Jahrhundert zog es Forscher in die Arktis und Antarktis. Damals waren die Motive für die waghalsigen Expeditionen im Norden die Entdeckung neuer Landgebiete oder Wasserwege, im Süden die Erforschung des neu entdeckten Konti­nents Antarktika. Später kamen die Bezwingung der geografischen Pole sowie neue Erkenntnisse für Geo­physik, Ozeanografie, Glaziologie, Biologie und weitere Wissenschaften hinzu.
 
Inzwischen ist die Bedeutung der Polarforschung eine Umfassendere und für die gesamte Weltgemein­schaft Bedeutendere. Heute wissen wir, dass den Polar­regionen eine maßgebliche Bedeutung in der Entwick­lung des Weltklimas zukommt.
 
Für das europäische Klima spielt die Arktis eine ent­scheidende Rolle. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Tempera­turen steigen weiterhin an. Welche Folgen beispiels­weise ein Auftauen des Permafrosts und die voraussicht­lich damit einhergehende Freisetzung großer CO2-Mengen haben wird, muss erst noch erforscht werden. Auch die schonende und nachhaltige Nutzung der arkti­schen Ressourcen muss Gegenstand künftiger For­schung sein.
 
Untersuchungen betreibt die deutsche Polarfor­schung sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis. Seit 1980 wird sie mit großem Erfolg durch das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung koor­diniert. Als zentrales Institut für die Polarforschung leistet es heute in der Helmholtz-Gemeinschaft im Rah­men der programmorientierten Forschung interdiszipli­näre Arbeiten von hohem internationalen Stellenwert in den Polarregionen.
 
Auch die Deutsche Gesellschaft für Polarforschung hat sich seit ihrem Bestehen um dieses bedeutende For­schungsfeld – insbesondere im Hinblick auf die Nach­wuchsförderung – verdient gemacht. In ihr finden sich aktive Forscher aller Disziplinen vereinigt. Damit ist sie ein wichtiges Instrument interdisziplinärer Koordination und Zusammenarbeit. Kapazität und Expertise deut­scher Polarforschung finden heute internationale Aner­kennung.
 
Im heute zur Debatte stehenden Antrag fordert die SPD die Bundesregierung auf, sowohl in der Bundesre­publik als auch im Rahmen des 8. Forschungsrahmen­programms der EU ein eigenes Polarforschungspro­gramm aufzunehmen.
 
Die Bundesregierung trägt der herausragenden Be­deutung der Polarforschung bereits heute mit einer Viel­zahl von Projekten und Programmen und Initiativen Rechnung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Polarforschung durch das Rah­menprogramm „Forschung für nachhaltige Entwick­lung“ mit circa 10 Millionen Euro je Projektförderung an außeruniversitären Institutionen und Universitäten. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresfor­schung wird durch das Ministerium im Jahr 2011 mit rund 94 Millionen Euro gefördert. Dazu gehört unter anderem der Betrieb der Neumayer-Station III in der Antarktis und des Forschungsschiffes Polarstern. Au­ßerdem fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Polarforschung zusätzlich mit einem eigenen Schwerpunktprogramm „Antaktisforschung mit verglei­chenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten“.
 
Insgesamt ist seit der vergangenen Legislaturperiode die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Maßnahmen erheblich ausgebaut worden: Mit dem Pakt für Forschung und Innovation steigen die Zu­schüsse für die gemeinsam mit den Bundesländern ge­förderten Forschungseinrichtungen (Fraunhofer-Ge­sellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft) sowie die Deut­sche Forschungsgemeinschaft in den Jahren 2011 bis 2015 jährlich um 5 Prozent – hiervon profitieren indirekt auch die DFG-Programme zur Förderung des wissen­schaftlichen Nachwuchses.
 
Vergangenes Jahr ging die Exzellenzinitiative in die dritte Runde. Das Fördervolumen wurde um 30 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2017 gesteigert. Die Bundesregierung will mit der Fortset­zung der Exzellenzinitiative den Wissenschaftsort Deutschland nachhaltig stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Spitzenforschung an deutschen Hochschulen sichtbar machen.
 
Die Promotionsstipendien der zwölf durch das Minis­terium für Bildung und Forschung unterstützten Begab­tenförderungswerke wurden qualitativ wie quantitativ ausgebaut. Die Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs insgesamt sind in Deutschland daher so gut wie nie. Davon profitiert auch die Polarforschung.
 
Eine weitergehende Verlagerung von Kapazitäten und Mitteln zugunsten der Polarforschung könnte nur zulasten anderer wichtiger Forschungsbereiche vollzo­gen werden. Dies erscheint uns in Anbetracht der Viel­zahl bereits bestehender sowie in Planung befindlicher Programme nicht angemessen.
 
Auch das Bundeswirtschaftsministerium fördert im Bereich des Referates „Maritime Wirtschaft“ Verbund­vorhaben zur Entwicklung von Verfahren für eine wirt­schaftliche Nutzung des nördlichen Seeweges. Grund­lage hierfür bildet eine verlässliche Eisvorhersage sowie die Modellierung der meteorologischen und ozea­nografischen Daten. Die Daten sollen anhand eines Da­tenassimilationssystems ausgewertet und für die Schiff­routenoptimierung zugänglich gemacht werden. Für dieses Verbundprojekt, an welchem neben Unternehmen auch das Alfred-Wegener-Institut sowie die Universitä­ten Bremen und Hamburg beteiligt sind, stellt das Minis­terium 2,3 Millionen Euro zur Verfügung.
 
Innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland Mitglied des European Polar Board. Im Rahmen des ERA-NET EUROPOLAR werden zahlreiche Projekte fi­nanziell unterstützt. Viele von ihnen finden unter deut­scher Beteiligung statt.
Im Zuge der Entwicklung der EU-Meerespolitik hat die Europäische Kommission 2008 einen Aktionsplan für die Arktis vorgelegt, der Vorschläge für detaillierte Ent­wicklungen in der arktischen Forschung enthält. Diese Entwicklung soll in eine EU-Arktispolitik münden.
 
Auch der Ausbau der Infrastruktur für die Polarfor­schung wurde in den zurückliegenden Jahren durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finan­ziell unterstützt. Dazu gehören die Anschaffung polar­tauglicher Flugzeuge und die Ausstattung der Neu­mayer-Station III für den Pilotbetrieb. Das durch das Ministerium geförderte modulare multidisziplinare Mee­resboden-Observatorium (MoLab) zur Erfassung physi­kalischer und biogeochemischer Prozesse im Bereich des Meeresbodens und der bodennahen Wasserschicht an Kontinentalrändern schließt eine entscheidende Lücke zwischen den geplanten, räumlich gebundenen verkabel­ten regionalen Observatoren und schiffsgestützten Mo­mentaufnahmen. Das System ist in allen Meeresgebieten einsetzbar.
 
Mit Blick auf die Forschungsschiffe hat das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung zugesagt, dem Deutschen Bundestag eine Gesamtschiffstrategie vorzu­legen. Ich bin davon überzeugt, dass die Erkenntnisse des von der Bundesregierung selbst beim Wissenschafts­rat in Auftrag gegebenen Gutachtens „Empfehlungen zur zukünftigen Entwicklung der deutschen marinen Forschungsflotte“ hier nach Möglichkeit Eingang fin­den werden.

Themen - A bis Z

*Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die kostenlose Verwendung der Bilder nur bei Quellenangaben möglich ist. Eine gewerbliche Nutzung sowie die Einstellung in externe Datenbanken bedarf unserer Genehmigung.
Eine weitergehende Verlagerung von Kapazitäten und Mitteln zugunsten der Polarforschung könnte nur zulasten anderer wichtiger Forschungsbereiche vollzo­gen werden