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  • Uwe Schummer: @DanniGustiono Nach der Wahl?
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30.06.2011

Dr. Reinhard Brandl

Die Bemühungen der Bundesressorts zeigen, welche Bedeutung der Polarforschung bereits heute beigemes­sen wird

Rede zum Schutz der Polarregionen




28.*) Beratung Antrag SPD
Polarregionen schützen - Polarforschung stärken
- Drs 17/5228 -


Wir debattieren heute einen Antrag der SPD-Fraktion unter dem Titel „Polarregionen schützen – Polarfor­schung stärken“. Primär fordert die SPD darin ein fo­kussierendes Programm für Polarforschung – sowohl in Deutschland als auch auf der Ebene der Europäischen Union im 8. Forschungsrahmenprogramm.
 
Die Erforschung der Polargebiete steht heute noch am Anfang, die zentrale Arktis gehört zu den am wenigsten erforschten Regionen der Welt. Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sind sich aber der Bedeutung der Gebiete für die Erforschung der Ursachen des Klimawandels und anderer geopolitischer Entwicklungen durchaus be­wusst. Die Forderung der SPD, die Polarforschung zu stärken, ist daher grundlegend zu begrüßen. Jedoch teile ich nicht die Meinung der SPD-Fraktion, dass wir hier­für neue Strukturen benötigen.
 
Deutschland ist im internationalen Vergleich eines der Länder, das der Polarforschung die stärkste Auf­merksamkeit zukommen lässt und aufgrund der äußerst erfolgreichen Forschung in diesem Bereich einen inter­national führenden Ruf genießt. Auch in dem Antrag der SPD wird dies festgestellt. Der Erfolg der deutschen Po­larforschung ist nach der Analyse des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) zum ei­nen auf die langjährigen Forschungserfahrungen, zum anderen aber auch auf die gute Ausstattung mit wissen­schaftlichen Infrastrukturen und Großgeräten – bei­spielsweise der Forschungseisbrecher Polarstern, die Neumeyer Station III oder das Polarflugzeug 5 – zurück­zuführen. Noch 2011 soll das Polarflugzeug Polar 6 in Betrieb gehen, über einen Nachfolger für den For­schungseisbrecher Polarstern wird momentan intensiv diskutiert.
 
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Alfred-Wegener-Institut 2011 mit rund 94 Millionen Euro. Darüber hinaus unterstützt das Ministerium im Jahr 2011 die nationale Polarforschung an außeruniversitären Institutionen und Universitäten mit circa 10 Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklung“ (FONA).
 
Im Zuge der Verhandlungen zum 8. Forschungsrah­menprogramm hat die Bundesregierung das Ziel verfolgt, die bisher erfolgreiche Förderung der Polar­forschung im Umweltteil des Rahmenprogramms fortzu­setzen. Des Weiteren werden auch in Zukunft diverse eu­ropäische Förderinstrumente und Verfahren genutzt werden, um die deutsche mit der europäischen Polarfor­schung zu koordinieren. Eine enge Vernetzung der natio­nalen Forschung mit den Bemühungen der internationa­len Partner ist eine Voraussetzung für deren Erfolg.
 
Im Moment werden durch die deutsche Polarfor­schung Untersuchungen sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis durchgeführt. Ein Schwerpunkt liegt der­zeit aber auf der Arktisforschung, da dort jetzt und auch in Zukunft die größten Veränderungen zu erwarten sind. Diese Einschätzung deckt sich auch mit der Meinung von Frau Professor Karin Lochte, Direktorin des AWI, die diese Schwerpunktsetzung als durchaus gerechtfer­tigt ansieht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird nun diesen Entwicklungen und Progno­sen Rechnung tragen und veröffentlicht voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Programmschrift „Arktisfor­schung“. Aber auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt der Fokus auf der Arktis liegt, wird die Antarktisforschung nicht in Vergessenheit geraten.
 
Im Rahmen der Arktisforschung soll insbesondere zwei zentralen Fragen nachgegangen werden. Für die Entwicklung des globalen Klimas sind zum einen die Ur­sachen und Folgen der Erwärmung der Arktis und der Rückgang des Land- und Meereises von großer Bedeu­tung. Zum anderen trägt die Forschung über die Chan­cen und Risiken der Nutzung der in der Arktis vorhande­nen unerschlossenen natürlichen Ressourcen zur nachhaltigen Entwicklung bei.
 
Neben dem Bundesministerium für Bildung und For­schung fördert auch das Bundeswirtschaftsministerium die deutsche Polarforschung. Das Auswärtige Amt hat im März dieses Jahres eine Konferenz unter dem Titel „Klimawandel, Völkerrecht und Arktisforschung – Rechtliche Aspekte der Meeresforschung im Arktischen Ozean“ veranstaltet. Im Zuge der Konferenz wurde ge­meinsam mit den Partnernationen erörtert, unter wel­chen Bedingungen die Arktisforschung heute und in Zu­kunft betrieben werden kann.
 
Die Bemühungen der Bundesressorts zeigen, welche Bedeutung der Polarforschung bereits heute beigemes­sen wird. Dieses Niveau gilt es zu halten bzw. soweit es möglich ist, zu erhöhen. Meines Erachtens benötigt die deutsche Polarforschung hierfür aber keine neuen Strukturen.
Dr. Reinhard Brandl

Foto: CDU/CSU-Fraktion
Dr. Reinhard Brandl


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Die Bemühungen der Bundesressorts zeigen, welche Bedeutung der Polarforschung bereits heute beigemes­sen wird