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19.03.2009
Volker KauderWinnenden: Trauern braucht Zeit
Auch eine Woche nach dem schrecklichen Attentat in einer Schule in Baden-Württemberg gibt es keine endgültigen Antworten. Der Bundestag hat am Mittwoch über das Geschehen und die Folgen debattiert. Volker Kauder berichtet, dass zum Trauergottesdienst Bundespräsident und Bundeskanzlerin erwartet werden.
Die Episode im Wortlaut:
Hallo, hier ist wieder Volker Kauder, und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.
Auch in dieser Woche – eine Woche nach dem schrecklichen Attentat in Baden-Württemberg – lässt uns die Frage nicht los: Wie hätte dieses schreckliche Verbrechen verhindert werden können? Und was müssen wir in Zukunft tun, dass so etwas möglichst nicht mehr passiert?
Der Deutsche Bundestag hat in einer bewegenden Aktuellen Stunde darüber diskutiert und es war bemerkenswert, wie einig man sich über alle Fraktionen hinweg war, dass Verschärfungen des Waffenrechts, überhaupt gesetzliche Veränderungen das eigentliche Problem nicht lösen können.
Wir müssen mehr auf unsere jungen Menschen schauen. Wir müssen mehr erkennen, ob sie Probleme haben. Wir müssen mehr miteinander reden. Da sind die Eltern gefragt, die ihre Kinder in der Pubertät nicht einfach allein und antwortlos lassen dürfen. Da sind Schulen gefragt, aber nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die Schüler selber, die ja oft spüren, dass mit einem Klassenkameraden etwas nicht stimmt, dass sie Lehrer darauf aufmerksam machen, dass sie mit dem Betreffenden sprechen, also sich mehr umeinander kümmern.
Wir haben in dieser Woche noch keine endgültigen Antworten. Die Bundesfamilienministerin hat es richtig formuliert, wenn sie sagt: Trauern braucht auch Zeit. Und wir trauern um die toten jungen Menschen, um die Lehrerinnen, aber wir denken auch an den Täter, der auch Opfer von sich selbst wurde, und an seine Eltern.
In dieser Woche am Samstag wird der große Trauergottesdienst in Winnenden sein, wo der Bundespräsident kommen wird und die Bundeskanzlerin. Dies zeigt schon, wie betroffen wir alle sind und dass uns dieses schreckliche Ereignis in Winnenden sehr bewegt.
Trauer braucht Zeit. Und danach müssen wir sehr intensiv darüber beraten, was können wir tun, damit wir wieder alle mehr auf uns achtgeben.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein nachdenkliches Wochenende.