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13.03.2009
Volker KauderWas ist geschehen, was müssen wir daraus lernen?
Das schreckliche Attentat in einer Schule in Baden-Württemberg lässt Volker Kauder nachdenken, über die Konsequenzen, die gezogen werden müssen. Vielleicht mangelt es an persönlicher Zuwendung, fragt er sich.
Die Episode im Wortlaut:
Hallo, hier ist wieder Volker Kauder, und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.
In dieser Woche habe ich mich auf einen Termin besonders gefreut, auf den Termin in München am Nockherberg, wo Politiker aus Bayern, aber auch aus dem Bund ein bisschen auf den Arm genommen werden: „Derblecken am Nockherberg“.
Und dann – wie geschockt – haben wir alle erfahren, was sich in Baden-Württemberg in einer kleinen Stadt zugetragen hat: Ein junger Mann tötet 15 Menschen und dann sich selbst. Man ist betroffen, man ist fassungslos und weiß gar nicht, was man dazu sagen soll.
Natürlich gilt das Gedenken denen, die Angehörige verloren haben, Kinder - oder Ehepartner bei den Lehrerinnen und bei den Passanten, die erschossen wurden. Es drängt sich natürlich die Frage auf: Hätte dies verhindert werden können?
Vielleicht, wenn der Vater des Amokläufers die Munition weggeschlossen hätte, so wie es nach dem Waffenrecht auch notwendig und vorgeschrieben ist. Oder hätte man bei dem Jungen selber erkennen können, dass etwas nicht stimmt?
All dies sind drängende, bohrende Fragen, die wir uns jetzt stellen. Im Augenblick, in der Zeit der tiefen Trauer ist es nicht klug, gleich darüber nachzudenken, ob Gesetze verschärft werden müssen. Vielleicht müssen wir auch mehr an persönlicher Zuwendung in den Schulen haben. Vielleicht müssen wir dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler sich nicht gegenseitig mobben und dass wir anständig miteinander umgehen.
Viele Fragen, die sich uns jetzt in diesen schweren Stunden aufdrängen. Es ist ein schlimmer Tag für Baden-Württemberg, aber für ganz Deutschland. Und wir werden uns alle gemeinsam in den nächsten Wochen auf den Weg machen müssen zu prüfen: Was können wir tun, damit unsere Schülerinnen und Schüler und unsere Lehrerinnen und Lehrer in unseren Schulen sicher sind?
Und in diesem Sinne wünsche ich uns allen ein Wochenende, an dem wir miteinander auch darüber nachdenken: Was ist geschehen, was müssen wir daraus lernen?