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19.02.2010
Volker KauderReise nach Japan
"Deutschland und Japan als etablierte Industrieländer stehen vor den gleichen Problemen", bilanziert Volker Kauder zum Abschluss seiner Japan-Reise. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Andreas Schockenhoff und dem entwicklungspolitischen Sprecher Holger Haibach war Kauder in Japan. Hören Sie, was er berichtet:
Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.
Gestern bin ich von einem Besuch aus Japan zurück gekehrt. Ich hab mich in Japan um zwei Dinge gekümmert, einmal um die Elektromobilität und zweitens Fragen, die mit dem Altersaufbau der Gesellschaft zu tun haben. In beiden Bereichen haben die Japaner gleiche Herausforderungen wie wir in Deutschland.
Bei Elektromobilität geht es darum, dass wir das moderne Auto der Zukunft bauen in einem gemeinsamen Projekt mit Japan und in Deutschland Da geht es vor allem um die Frage, welche Elektroeinrichtung soll angeboten werden, was soll das Speichermedium sein, soll es eine Batterie oder eine Brennstoffzelle sein? Und das ist von großer Bedeutung für die Infrastruktur und deshalb müssen da große Automobilländer zusammen arbeiten. Sie müssen abgestimmte Infrastruktur entwickeln und sie müssen abgestimmte Standards entwickeln.
Und das zweite große Thema ist der Altersaufbau. Wir haben in Japan sehen können wie ganze Dörfer menschenleer werden, weil die Strukturen nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Die Japaner haben eine höhere Lebenserwartung als die Deutschen aber die Deutschen gleichen sich immer mehr an. Und es wird deshalb von großer Bedeutung sein, diese demografische, also den Altersaufbau der Gesellschaft, so zu beantworten, dass auch in den ländlichen Räumen Zukunft ermöglicht werden kann, das wird nicht ganz einfach sein, wenn immer mehr jüngere Menschen bestimmte Leistungen nachfragen wie Kindergärten, wie Schulen. Aber trotzdem müssen wir eine hohe Qualität aufrecht erhalten.
Wir haben in Japan erfahren, dass man sich zwar intensiv mit diesen Fragen beschäftigt, aber auch noch keine abschließende Lösungen hat. Die Zeit drängt, denn der demografische Wandel mit seinen neuen Herausforderungen kommt nicht erst auf uns zu, sondern er ist da.
Es gibt in Japan eine Reihe von Forschungseinrichtungen, die sich intensiv mit dieser Frage befassen: „Was muss getan werden um Strukturen aufrecht zu erhalten, den veränderten Altersaufbau der Gesellschaft zu finanzieren.“ Da kommt es jetzt darauf an mit den Menschen darüber offen zu sprechen, ihnen nicht nur einfach Angst zu machen, sondern die Herausforderungen anzunehmen und eine Lösung mit ihnen zu erarbeiten.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine Zeit der intensiven Diskussion, des Nachdenkens, - vielleicht schon am kommenden Wochenende.