Hier startet der Seiteninhalt. Der Accesskey zur Rückkehr zum Seitenanfang ist die Ziffer 1.
13.01.2011
Volker KauderMöchte ich Organspender sein: Ja oder nein?
In Deutschland warten etwa 12.000 Menschen jedes Jahr auf ein Spenderorgan. Mit einer Entscheidungslösung will Volker Kauder die Spendenbereitschaft erhöhen, erläutert er in seinem Podcast.
Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.
Immer wieder hören wir davon, dass Menschen in unserem Land, die schwer krank sind, darauf warten, dass sie ein Organ gespendet bekommen, das ihnen das Leben für die Zukunft ermöglicht, erleichtert. Und immer wieder hören wir davon, dass wir Tausende von Menschen haben, die auf ein Organ warten und keines bekommen, weil wir in Deutschland bei der Organspende viel zu wenig Organe hervorbringen.
Das hat viel zu tun mit Sorgen und Ängsten, die die Menschen haben: Muss ich früher sterben, wenn ich Organspender bin? Werde ich nicht mehr ausreichend behandelt? - All diese Fragen bewegen die Menschen. Aber viele machen sich auch einfach gar keine Gedanken.
Und deshalb müssen wir in diesem Bereich etwas tun. Es gibt Länder, die durch Gesetz festlegen, dass jeder Organspender ist, der nicht widerspricht. Diese sogenannte Widerspruchslösung ist etwas, womit ich nicht einverstanden bin. Ich möchte nicht, dass die Menschen widersprechen, sich gegen eine staatliche Maßnahme aussprechen, sondern dass sie für etwas sind, dass sie Organspender sind - und dies aus freiwilligem Entschluss, dass sie ein Teil einer Bürgergesellschaft sind, die füreinander einsteht.
Und deshalb möchte ich gerne, dass wir eine sogenannte Entscheidungslösung finden. Jeder wird in seinem Leben einmal, mindestens einmal, mit der Frage konfrontiert: Möchte ich Organspender sein, ja oder nein? Beispielsweise bei der Führerscheinprüfung, wenn ein Ausweis beantragt wird oder wenn bestimmte Entscheidungen anstehen, wo ich auf ein Amt muss - all dies wäre möglich.
Und deswegen werden wir im Deutschen Bundestag uns mit dieser Frage intensiv befassen. Ich würde es begrüßen, wenn wir viel mehr Bereitschaft hätten, Organe zu spenden, wenn ich selber nicht mehr weiter leben kann.
Und in diesem Sinne wünsche ich uns ein Nachdenken darüber: Was kann ich für meinen Nächsten tun, ohne dass ich selber irgendeinen Nachteil habe?
Und so wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.