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26.05.2012

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14.04.2011

Volker Kauder

Intensive Diskussion im Bundestag über die PID




In dieser Woche haben wir der Debatte über die Präimplantationsdiagnostik einen breiten, diesem wichtigen Thema angemessenen Raum im Bundestag verschafft. In seinem Podcast berichtet Volker Kauder über seine Haltung zu diesem schwierigen Thema.


Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.

In dieser Woche diskutiert der Deutsche Bundestag über ein schwieriges Thema. PID heißt die Abkürzung und das Schlagwort und es geht darum, dass Eltern, die eine schwere Erbkrankheit haben und die an ihre Kinder weitergeben, gerne möchten, dass sie gesunde Kinder bekommen. Deshalb findet eine künstliche Befruchtung statt und die befruchtete Eizelle wird dann in der sogenannten Petrischale untersucht, ob sie einen Erbschaden hat und wenn sie einen solchen hat, soll sie aussortiert werden und nicht wieder eingepflanzt werden.

Und darüber gibt es nun eine intensive Diskussion: Dürfen befruchtete Eizellen aussortiert werden, wegkippt werden? Oder dürfen sie gar für medizinische Zwecke eingesetzt werden?

Die einen, zu denen ich mich zähle, und die Mehrheit in der CDU/CSU- Bundestagsfraktion sagen: Mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle ist menschliches Leben entstanden. Und dieses menschliche Leben darf eben nicht entsorgt werden. Mit ihm darf nicht experimentiert werden. Und deshalb sagen wir: die PID ist nicht zulässig.

Die Behindertenverbände sagen: Wenn es die PID schon vor Jahrzehnten gegeben hätte, gäbe es viele behinderte Menschen, die heute trotz ihrer Behinderung fröhlich leben, die gäbe es dann eben nicht. Und sie fühlen sich ausgegrenzt mit ihrer Behinderung und mit ihrer Krankheit.

Und andere sagen: Man kann doch einem solchen Paar nicht zumuten, dass eine befruchtete Eizelle implantiert wird und dann sieht man während des Wachstumsprozesses, dass die Eizelle ein schwerbehindertes Kind hervorbringt und dann wird abgetrieben.

Dies sind ausgesprochen schwierige Fragen und wenn man natürlich die Situation eines einzelnen Paares anschaut und die Sorgen und die Ängste und die Freude auf ein gesundes Kind, dann kann man natürlich sehr schnell zu dem Ergebnis kommen: Ja, diesen Eltern muss geholfen werden. Aber gibt es tatsächlich einen Anspruch auf ein Kind – oder muss man sich nicht auch sagen: Nicht alles ist eben möglich - und wenn ich keine Kinder haben kann, weil das Risiko einer Krankheit zu groß ist, gibt es nicht andere Möglichkeiten, mich in der Gesellschaft zu betätigen oder Kinder zu adoptieren? Es warten viele Kinder in entsprechenden Kinderheimen auf Eltern, die sie mit Liebe begleiten und großziehen.

Am Schluss bleibt aber die entscheidende Frage: Wenn die Verschmelzung von Ei und Samenzelle als der Start menschlichen Lebens betrachtet wird, dann kann man die PID nicht zulassen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

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