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14.10.2010

Volker Kauder

Frieden ist nichts Selbstverständliches




Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels ist Volker Kauder wieder klar geworden, wie sehr wir in Europa zufrieden sein müssen, dass wir in Frieden leben. Der Frieden in unserem Land ist nicht selbstverständlich.


Wortlaut des Podcasts:

Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.

Am vergangenen Sonntag wurde der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an den israelischen Schriftsteller David Grossman vergeben. In einer beeindruckenden Rede hat er für Versöhnung zwischen Israel und den Palästinensern geworben.

Er, der im Krieg einen Sohn verloren hat, durch eine Rakete der Hamas - auf den Panzer abgefeuert, in dem sein Sohn saß. Aber er sagt: Nur dann wird es Frieden geben, wenn man auch über eigene Enttäuschungen hinwegsehen kann.

Es war deswegen so bemerkenswert, weil einer sein ganzes Leben für sein Volk eintritt und trotzdem dafür wirbt, dass sich etwas ändern muss. An diesem Morgen wurde mir wieder einmal klar, wie nah wir an diesem Konflikt im Nahen Osten leben und wie sehr wir in Europa zufrieden sein müssen, dass wir in Frieden leben.

Der Frieden ist nichts Selbstverständliches. Er muss jeden Tag immer wieder neu erworben werden. Und Frieden und Freiheit werden bei uns, in unserem Land, noch zu wenig geschätzt als ein Gut, das nicht wie selbstverständlich vom Himmel fällt.

Wenn man solche Augenblicke wie in Frankfurt bei der Verleihung des Friedenspreises erlebt, dann weiß man, was eine umsichtige Politik in Europa geleistet hat, damit wir in Frieden leben können.

Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.


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