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19.08.2010

Volker Kauder

Die Stadt ist öffentlich – und jeder kann sie jeden Tag sehen




Bei der Diskussion um Google Streetview warnt Volker Kauder in seinem Podcast davor, dass die Diskussion in die falsche Richtung läuft: „Die Stadt ist öffentlich.“ Problematisch werde es, wenn Daten unzulässigerweise miteinander verknüpft werden.


Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.

In diesen Tagen gibt es ein Thema, das die Menschen unglaublich beschäftigt: Google bildet ganze Straßenzüge unserer Städte im Internet ab. Jeder kann in eine Straße hineinschauen, Häuser von der Front besichtigen. Und darüber gibt es nun Diskussionen. Darf dies sein? Sind die Risiken zu groß? Kann sich der Einzelne dagegen wehren?

Man muss aufpassen, dass die Diskussion nicht in eine falsche Richtung läuft: Natürlich sind unsere Plätze öffentlich. Viele tausende von Touristen fotografieren denkmalgeschützte Häuser, moderne Architektur. Und die stellen sie natürlich auch ins Internet ein – bei Youtube und Facebook und vielen anderen Diensten -, wo sie jeder besichtigen kann. Und natürlich gibt es Städteansichten in unseren Reiseführern, in unseren Büchern. Also: die Stadt ist öffentlich! Und jeder kann sie jeden Tag sehen.

Wo liegt aber das Problem? Das Problem liegt daran, dass nicht nur einzelne Häuser abgebildet werden, sondern dass Verknüpfungen hergestellt werden können, wer in den Häusern wohnt, was er macht, seinen Lebenslauf. Und da beginnt nun die eigentliche Herausforderung: Nicht dass einzelne Häuser oder auch Straßenzüge im Internet stehen, sondern dass Verknüpfungen möglich sind, die wir alle nicht wollen.

Und darum müssen wir uns nun kümmern, dass den tausenden von Möglichkeiten im Internet Grenzen gezogen werden, die die Privatsphäre des Einzelnen auch noch schützen. Und wir alle müssen uns auch darüber Gedanken machen, wenn wir täglich das Internet nutzen, hinterlassen wir Spuren, die nie mehr verschwinden.

Jeder, der bei einem Internet-Dienst eine Anfrage stellt, wird gespeichert. Wer mit Kreditkarten einkauft, hinterlässt Spuren. Es kommt also darauf an, dass wir das Internet richtig nutzen und dass der Staat dafür sorgt, dass die Person im Internet geschützt wird und dass auch die Privatsphäre nicht missbraucht werden kann.

Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

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