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26.05.2012

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Kirchen und Religionsgemeinschaften

Beauftragte(r)

Die bewährte Zusammenarbeit vertiefen und neue Kontakte pflegen
Der Dialog mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften steht im Mittelunkt der Arbeit der Beauftragten für Kirchen- und Religionsgemeinschaften. Der bewährte konstruktive Austausch mit den beiden großen christlichen Kirchen wurde in zahlreichen formellen Begegnungen aber auch unzähligen Gesprächen am Rande des Ökumenischen oder des Evangelischen Kirchentages, bei den C-Kongressen und den vielen Gesprächen der Fraktionsmitglieder in ihren Landesbistümern oder -kirchen fortgesetzt. Dabei bewegten uns gemeinsam z.B. der Einsatz für den Schutz des Lebens, die Lage bedrängter Christen oder Anfragen an das Staatskirchenrecht sowie die vorbehaltlose Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs.
Auch mit anderen christlichen Gemeinschaften wie z.B. den Freikirchen, der Selbständig Evangelischen Lutherischen Kirche oder den altorientalischen Kirchen konnte der Gesprächsfaden weiter geknüpft und Anliegen ausgetauscht werden. Darüber hinaus wurde z.B. in der Debatte um die gesetzliche Regelung der Präimplantationsdiagnostik der intensive Dialog mit den kirchennahen Verbänden, so dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), fortgesetzt. Auch das Gespräch mit Vertretern der jüdischen Gemeinden oder des Islams, so z.B. dem Zentralrat der Muslime in Deutschland, konnte erfolgreich vertieft werden.
 
Den Dialog auf breite Basis stellen
Neben dem bewährten steten Austausch und der engagierten Beteiligung der Fraktionsmitglieder an den Großveranstaltungen der kirchlichen Laienbewegung, etwa der Mitarbeit im Hauptausschuss des ZdK, beim 2. Ökumenischen Kirchentag und dem verbindlichen ehrenamtlichen Engagement in den Verbänden, hat die Fraktion neue Formen des Dialogs initiiert: Unter dem Titel „Das ‚C‘ ist für uns Programm“ diskutierten wir mit Repräsentanten der christlichen Kirchen vor einem breiten Publikum, was das christliche Menschenbild für konkrete Politikfelder wie die Soziale Marktwirtschaft oder den Schutz des menschlichen Lebens bedeutet. Die Anwesenheit von jeweils einigen hundert Gästen unterstreicht das breite Interesse an dieser Initiative. Die Bundestagsfraktion trägt mit diesem öffentlichen Nachdenken über das „C“ erheblich dazu bei, die christliche Wurzel der Christdemokraten zu stärken.
Neben dem fraktionsinternen Gesprächskreis „Kirchen und Religionsgemeinschaften“ wurde in Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung e.V. der Gesprächskreis „Islam“ etabliert, in dem wir mit muslimischen Experten Fragen des interreligiösen Dialogs diskutieren. In einem gemeinsamen Treffen der kirchenpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen wurden zudem die aktuellen religionspolitischen Herausforderungen in den einzelnen Bundesländern ausgelotet und im Fachgespräch die weiteren Entwicklungen debattiert.
 
Erzielte Erfolge und bleibende Herausforderungen
Der Dialog über die Religionsgrenzen hinweg und die Integration des Islam in das bewährte Verhältnis zwischen dem Staat und den Religionen bleiben zentrale Herausforderungen der Religionspolitik künftiger Jahre. Die CDU/CSU- Bundestagsfraktion wird den mit der Deutschen Islamkonferenz eingeschlagenen Weg der Bundesregierung sowie die wichtigen Schritte zur Etablierung islamischer Theologie an deutschen Hochschulen weiter unterstützen. Es ist ureigene Aufgabe christdemokratischer Politik, sich dafür einzusetzen, dass die positiven Dimensionen der Religionsfreiheit allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes zugutekommen und ihre Religionsausübung zu fördern. Aus diesem Grund werden wir uns allen Versuchen entschieden widersetzen, die Religion aus der Öffentlichkeit verbannen oder das bewährte System des kooperativen Verhältnisses von Staat und Kirche angreifen möchten. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die bewährte partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften, die jene Werte wachhalten, auf denen das friedliche Zusammenleben in unserem Staat basiert, fortgesetzt wird.
Eine besondere Ehre für die Fraktion war der Besuch Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. und seine Rede vor dem Deutschen Bundestag. Im Frühjahr 2011 hatte eine große Delegation des Kardinal-Höffner-Kreises Papst Benedikt XVI. im Vatikan übermittelt, wie sehr wir uns auf seinen Besuch freuten. Die Begegnung an den verschiedenen Stationen seines Heimatbesuches, die Worte des Papstes vor dem Parlament sowie der Gottesdienst im Berliner Olympiastadion, den die gesamte Fraktion mitgefeiert hat, waren prägende Momente.
Durch das besondere Engagement des Fraktionsvorsitzenden, der Kolleginnen und Kollegen für Außenpolitik und Menschenrechte und nicht zuletzt des Stephanuskreises ist es gelungen, besondere Aufmerksamkeit auf das Thema der weltweiten Religionsfreiheit und die schwierige Lage unserer christlichen Glaubengeschwister zu lenken. Aus Anlass des Besuches von Papst Benedikt XVI. wurde dieses Anliegen in einem weiteren C-Kongress aufgegriffen und vertieft. Die Forderung nach der weltweiten Achtung der Religionsfreiheit werden wir auch in den kommenden Jahren mit Nachdruck erheben.
 
Stand: September 2011