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  • Roderich Kiesewetter: Bildungsbericht DEU absolut lesenswert: http://bit.ly/adZ4Nf BaWü muß initiativer Vorreiter buweiter Standards werden!
    30.07.2010 11:28 h
  • Roderich Kiesewetter: Mal ganz was anderes: Gegen Schneckenplage hilft wirklich Maggi (!), düngt und würzt außerdem noch den Boden ;-)
    30.07.2010 11:11 h
  • Dorothee Bär: Viele Stunden Mitarbeit in der Kindertagesstätte St. Anna in Schondra liegen vor mir! #Freude
    30.07.2010 09:27 h
  • Manfred Grund: I uploaded a YouTube video -- Die 50. Video-Depesche des Abgeordneten Manfred Grund http://youtu.be/lMI9TN6kOXM?a
    30.07.2010 01:51 h
  • Dr. Stefan Kaufmann: Nach der Notlandung und den Nachwehen kaum verwunderlich: Rosinenbomber-Airline stellt Insolvenzantrag. Bitter für alle Beteiligten.
    29.07.2010 23:05 h

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21.01.2009

(199. Sitzung)
Stand: 26.07.2010, 01:27 Uhr

Dritter Armuts- und Reichtumsbericht


30 Minuten

Die Kenntnis über Umfang und Strukturen von Armut und Reichtum in unserer Gesellschaft ist eine entscheidende Voraussetzung für eine Politik der sozialen Integration. Die Armuts- und Reichtumsberichterstattung basiert auf der statistisch-empirischen Erfassung der gesellschaftlichen Realitäten in Deutschland und trägt der Vielschichtigkeit von Armut und Reichtum Rechnung. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht analysiert im Wesentlichen die Entwicklung seit2003, bezieht aber auch die Entwicklung der letzten zehn Jahre ein.

Eine Kernaussage des Berichts lautet: Der deutsche Sozialstaat wirkt. Er erfüllt seine sichernde und aktivierende Funktion. Transferleistungen wie das Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung für Ältere und Erwerbsgeminderte, aber auch sozial flankierende Leistungen wie das Wohngeld sowie familienpolitische Leistungen wie das Kindergeld, der Kinderzuschlag oder das frühere Erziehungsgeld haben die Armutsrisikoquote in 2005 nach EU-SILC von 26% auf 13% halbiert. Diese Quote ist im europäischen Vergleich eher niedrig - der europäische Durchschnitt liegt bei 16%. Bei Kindern konnte das Armutsrisiko sogar auf fast ein Drittel von 34% auf 12% gesenkt werden. Auch das Steuersystem trägt wesentlich zur Reduzierung der Ungleichheit von Einkommen bei.

Die komplexe Bestandsaufnahme sozialer Teilhabe zeigt, dass der Schlüssel zur Armutsver-meidung die Stärkung von Teilhabechancen durch mehr Bildung und Beschäftigung ist. Durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit, die Steigerung der Erwerbstätigenzahl, den Anstieg der Betreuungsquote für Kleinkinder und der Ganztagsbetreuung in Schulen werden gute Fortschritte sichtbar. Einkommensdaten sind nur bis zum Jahr 2005 verfügbar. Daher sind die erfreulichen Auswirkungen der positiven Arbeitsmarktentwicklung auf die Einkommen seit 2006 noch nicht erfasst.

In den Jahren 2002 bis 2005 hat die Ungleichverteilung der Einkommen zugenommen. Die Zunahme des Anteils von Beschäftigten im Niedriglohnbereich hat vielfältige Ursachen und muss auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass damit mehr Menschen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden haben.
Etwa seit Beginn des Jahres 2006 ist die binnenwirtschaftliche Schwächephase der letzten Jahre überwunden. Der Aufschwung kommt bei den Menschen in Form verbesserter Einkommensperspektiven und zusätzlicher Arbeitsplätze an. Mit über 40 Millionen Erwerbstätigen wurde im April 2008 ein historischer Höchststand erreicht. Der Beschäftigungsaufbau vollzieht sich zudem dynamischer als in früheren Aufschwungphasen. So nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung allein im vergangenen Jahr um rund 500.000 Personen im Jahresdurchschnitt zu.

Der Zuwachs an Beschäftigung geht im Zehnjahresvergleich mit einer Zunahme flexibler Beschäftigungsformen wie selbständiger, geringfügiger und zeitlich befristeter Erwerbstätigkeit einher, die eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse sein können, oft aber mit Einkommensrisiken verbunden sind. Mit der Zunahme des Niedriglohnbereichs ergibt sich aber auch ein gestiegenes Armutsrisiko für Erwerbstätige. Da auch das Armutsrisiko von Kindern stark von der Erwerbsbeteiligung der Eltern abhängt, sind funktionierende Arbeitsmärkte mit fairen Arbeitsbedingungen und angemessenen Erwerbseinkommen die Basis für eine ausreichende soziale Sicherung. Branchenspezifische Mindestlöhne können dazu einen Beitrag leisten. Die gute wirtschaftliche Entwicklung und die Tarifabschlüsse der letzten Monate lassen aber auch eine positive Entwicklung der Arbeitseinkommen erwarten.

Insgesamt ist das Bildungsniveau der gesamten Bevölkerung mit einem Trend zu höheren Bildungsabschlüssen v. a. bei Frauen angestiegen. Dies sichert die Teilhabechancen vieler bei insgesamt wachsendem Qualifikationsniveau. Nach wie vor besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, von dem Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland besonders betroffen sind. Dies ist eine nationale Herausforderung zur weiteren Verbesserung der Bildungschancen. Die Bundesregierung hat daher mit ihrer Qualifizierungsinitiative ein umfassendes Maßnahmenbündel zur weiteren Steigerung der Bildungsbeteiligung beschlossen.