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Fraktion / Grundlagen / Geschichte der Fraktion
25.05.2012

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Bundestagspräsidenten der CDU/CSU von 1979 bis heute

Dr. Rainer Barzel

* Braunsberg (heute Braniewo, Polen) 20. 6. 1924, † München 26. 8. 2006
Bundestagspräsident vom vom 29.03.1983 bis 25.10.1984
 
Im September 1957 wurde Barzel erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er dann rund 30 Jahre angehörte. 1962/63 Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, 1964-73 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, 1971-73 Bundesvorsitzender der CDU. Nach dem erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Schmidt am 1. Okt. 1982, das B. für seine Partei vor dem Deutschen Bundestag begründete, übernahm er in der neuen Koalitionsregierung von CDU/CSU und FDP unter Helmut Kohl das Amt des Bundesministers für innerdeutsche Beziehungen.
 
Nach der vorgezogenen Bundestagswahl vom 6. März 1983 wurde Barzel Bundestagspräsident. Barzel übte sein Amt auch in heiklen Situationen mit Witz und Gelassenheit aus. In seine Amtszeit fällt der erstmalige Einzug der Grünen in den Bundestag. Somit fiel ihm die Aufgabe zu, die Grünen-Abgeordneten an die parlamentarischen Gepflogenheiten heranzuführen.

Dr. Philipp Jenninger

* 10.06.1932 in Rindelbach
Bundestagspräsident vom 05.11.1984 bis 11.11.1988
 
Von 1969 an gehörte Jenninger dem Deutschen Bundestag an. 1973 wurde er einer der parlamentarischen CDU-Geschäftsführer, im Januar 1975 Erster parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion.
 
Bundeskanzler Kohl holte in als Staatsminister ins Bundeskanzleramt, wo Jenninger auch für die Deutschlandpolitik zuständig war. Am 5. November 1984, wurde er nach dem Rücktritt Barzels Bundestagspräsident. Nach den Bundestagswahlen vom 25. Januar 1987 wurde er im Amt bestätigt.
 
Am 11. November 1988 sah sich Jenninger unvermittelt zum Rücktritt als Bundestagspräsident genötigt. Anlass war seine Gedenkrede, die er tags zuvor zum 50. Jahrestag der Judenpogrome im Bundestag gehalten hatte. Der ehrgeizige Versuch, die Geschehnisse von 1938 in einer modifizierten historischen Sicht zu deuten, misslang. Seine Rede trug er insoweit falsch vor, dass aufgrund von Sprechlage und Betonung der Eindruck entstehen konnte, Jenninger würde sich nicht ausreichend vom nationalsozialistischen Gedankengut distanzieren. Obwohl seine persönliche Integrität nicht in Frage gestellt wurde, erzwangen die Reaktionen den Rücktritt. Bei der Bundestagswahl vom 2. Dezember 1990 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag.

Prof. Dr. Rita Süssmuth

* Wuppertal 17. 2. 1937
 
Bundestagspräsidentin vom 25.11.1988 bis 26.10.1998
 
Professor für Erziehungswissenschaften. Süssmuth trat erst 1981 in die CDU ein. 1985-88 war sie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (seit 1986 auch zuständig für Frauen). 1987 wurde sie Abgeordnete, nach dem Rücktritt Jenningers auf Bestreben Helmut Kohls zur Bundestagspräsidentin gewählt. Fast zehn Jahre prägte sie dieses Amt. Süssmuth beförderte Parlamentsreformen und Reformen der Verwaltung des Bundestages (u.a. Dienstvereinbarung zur Frauenförderung). Sie wirkte weiter in der Politik der CDU mit, unter anderem als Bundesvorsitzende der Frauenunion (1986-2001).

Norbert Lammert

* Bochum 16. 11. 1948
Bundestagspräsident seit 18. Oktober 2005
 
Diplomsozialwissenschaftler. Er wurde 1966 Mitglied der CDU, 1980 Mitglied des Bundestages (u. a. 1998-2002 kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion); war 1989-98 Parlamentarischer Staatssekretär (1989-94 beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, 1994-97 beim Bundesminister für Wirtschaft, 1997-98 beim Bundesminister für Verkehr).
 
Er wurde im Oktober 2002 zum Vizepräsidenten sowie mit Beginn der 16. Wahlperiode zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.