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Fraktion / Grundlagen / Geschichte der Fraktion
25.05.2012

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Die Bundestagspräsidenten der CDU/CSU von 1949 bis 1979

Dr. Erich Köhler

* Erfurt 27. 6. 1892,† Wiesbaden 23. 10. 1958
Bundestagspräsident vom 07.09.1949 bis 18.10.1950
 
Erich Köhler studierte an den Universitäten Marburg, Berlin, Leipzig und Kiel Volkswirtschaft, Staats- und Handelsrecht. Im Anschluss war er bis 1933 als Geschäftsführer des Bundes der Arbeitgeber in Kiel, ferner des Hafenbetriebsvereins Kiel sowie des schleswig-holsteinischen Landesverbandes des Nordwestdeutschen Handwerkerbundes tätig.
 
Politisch schloss sich Köhler der Deutschen Volkspartei (DVP), damals die Partei Stresemanns, an, deren schleswig-holsteinischem Landesvorstand und Berliner Zentralvorstand er als Mitglied angehörte. Da er mit einer Jüdin verheiratet war, verlor er 1933 mit seinen Ämtern und Stellungen die Grundlagen seiner wirtschaftlichen und politischen Betätigung.
 
1945 ist Köhler Mitbegründer der CDU in Wiesbaden. Im Dezember 1946 wurde er in den hessischen Landtag gewählt, in dem er den Vorsitz in der CDU-Fraktion übernahm. Ab 1949 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er gehört dem Ausschuss für Wirtschaftspolitik, Geld und Kredit sowie dem Sonderausschuss für das Londoner Schuldenabkommen an. 1949 wird er zum Präsidenten des ersten Deutschen Bundestages gewählt. Im Oktober 1950 tritt Köhler aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Dr. Hermann Ehlers

* Schöneberg (heute zu Berlin) 1. 10. 1904,† Oldenburg (Oldenburg) 29. 10. 1954
Bundestagspräsident vom 19.10.1950 bis 29.10.1954
 
In einer Anwaltskanzlei war Ehlers nach der Entlassung aus der Bezirksverwaltung Steglitz mit der Bearbeitung kirchenrechtlicher Fragen der Preußischen Bekennenden Kirche befasst. Bis zu deren Verbot 1938 arbeitete er auch in der Redaktion der Zeitschrift "Jungenwacht" mit. Im Mai 1935 wurde Ehlers Mitglied des Bruderrats der Bekennenden Kirche. Wegen seiner Aktivität auf kirchlichem Sektor wurde im Juli 1939 seine Übernahme in den Staatsdienst abgelehnt.
 
An der Schaffung der institutionellen Grundlagen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war er nach dem 2. Weltkrieg maßgeblich beteiligt. 1949 wurde er zudem Bundestagsabgeordneter. Nach dem Rücktritt Köhlers wurde er zum Bundestagspräsidenten gewählt und nach der Bundestagswahl 1953 in seinem Amt bestätigt. Er starb bereits im Alter von 50 Jahren.

Prof. Dr. Dr. Eugen Gerstenmaier

*25.8.1906 Kirchheim/Teck, † 13.3.1986 Remagen
Bundestagspräsident vom 16.11.1954 bis 31.01.1969
 
Gerstenmaier schloss sich in der Zeit des Nationalsozialismus der Bekennenden Kirche an. Er gehörte zur Widerstandsgruppe des Kreisauer Kreises. Nach dem 20. 7. 1944 wurde er verhaftet und vom Volksgerichtshof zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt.
 
Nach dem Tod von Dr. Ehlers wurde Gerstenmaier am 16.11.1954 zum Bundestagspräsidenten gewählt. Auch der dritte, vierte und fünfte Bundestag hat ihn stets mit großen Mehrheiten im Amt bestätigt.

Kai-Uwe von Hassel

* Gare (Tansania) 21. 4. 1913, † Aachen 8. 5. 1997
Bundestagspräsident vom 05.02.1969 bis 13.12.1972
 
Von Hassel war in Schleswig-Holstein 1950-65 Mitglied des Landtags; 1953 wird er Mitglied des Bundestages – zunächst nur bis 1954, als er das Amt des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein übernimmt. 1965-80 erneut Mitglied des Bundestags, 1956-69 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU; 1963-66 Bundesverteidigungsminister, 1966-69 Bundesvertriebenenminister, 1969-72 Bundestagspräsident, 1972-76 Vizepräsident des Bundestags.
 
Er hat wesentlich zur Einführung der Verhaltensregeln für Abgeordnete beigetragen, die u. a. die Abgeordneten verpflichtete, "jede vergütete" Nebentätigkeit dem Bundestagspräsidium anzuzeigen.

Prof. Dr. Karl Carstens

* Bremen 14. 12. 1914, † Meckenheim 30. 5. 1992
Bundestagspräsident vom 14.12.1976 bis 31.05.1979
 
Rechtsanwalt, 1960 Professor für Staats- und Völkerrecht in Köln; 1960-66 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, 1966/67 im Verteidigungsministerium und 1968/69 im Bundeskanzleramt; 1961-66 zugleich Stellvertreter des Außenministers. Als Mitglied des Bundestags (1972-79; CDU) und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag (1973-76) befasste er sich kritisch besonders mit der sozialliberalen Deutschland- und Ostpolitik. Nachdem dem knappen Wahlsieg der sozial-liberalen Koalition wurde Carstens am 4.12.1976 zum Bundestagspräsidenten gewählt. Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl wurde nach seinem Wechsel von Rheinland-Pfalz nach Bonn Nachfolger Carstens als Fraktionsvorsitzender. Von 1979 bis 1984 ist er Bundespräsident.