| Frühjahr 1945 | Die Christlich-Demokratische Union wird nahezu gleichzeitig in Köln, Berlin und Frankfurt gegründet, in Bayern die Christlich-Soziale Union. |
| März 1946 | Der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer wird zum Vorsitzenden der CDU in der britischen Besatzungszone gewählt. |
| 1. September 1948 | In Bonn tritt der Parlamentarische Rat zusammen. Seine Mitglieder sind aus den Bundesländern entsandt, um das Grundgesetz auszuarbeiten. Präsident ist Konrad Adenauer. |
| 8. Mai 1949 | Der Parlamentarische Rat verabschiedet das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Es wird am 25. Mai verkündet und tritt am 24. Mai in Kraft. Das Grundgesetz definiert die Bundesrepublik als demokratischen und sozialen Rechtsstaat. |
| 14. August 1949 | Bei der ersten Bundestagswahl erreichen CDU und CSU 31,0 %. Der vorausgehende Wahlkampf stand unter der Alternative "Planwirtschaft oder soziale Marktwirtschaft?". Das Wahlergebnis ist eine Bestätigung der Politik Ludwig Erhards, des "Vaters der Sozialen Marktwirtschaft". |
| 1. September 1949 | Die Bundestagsfraktion von CDU und CSU konstituiert sich im Gebäude des Bonner Bürgervereins. Konrad Adenauer wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die CSU-Landesgruppe hatte sich am 30./31. August 1949 konstituiert. Fritz Schäffer wurde zum 1. Obmann gewählt, Franz Josef Strauß zum 2. Obmann. Nach dem Regierungseintritt von Fritz Schäffer übernimmt Franz Josef Strauß den geschäftsführenden Landesgruppenvorsitz. |
| 7. September 1949 | Konstituierende Sitzungen des Deutschen Bundestages und des Bundesrates. Erich Köhler (CDU) wird zum Bundestagspräsidenten gewählt. |
| 12. September 1949 | Die Bundesversammlung wählt in Bonn Theodor Heuß (FDP) zum ersten Bundespräsidenten. |
| 15. September 1949 | Konrad Adenauer wird im Bundestag mit Mehrheit von nur einer Stimme - seiner eigenen - zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Fünf Tage später wird sein erstes Kabinett mit Mitgliedern von CDU/CSU, FDP und DP vereidigt. Die Koalition verfügt über eine Mehrheit von 208 der insgesamt 402 Abgeordneten. Ziel der Politik Adenauers ist es, die Bundesrepublik möglichst schnell zu einem souveränen, in den Westen eingebundenen Staat zu machen. Heinrich von Brentano wird Adenauers Nachfolger als Fraktionsvorsitzender. |
| 3. November 1949 | Der Bundestag spricht sich für Bonn als provisorischen Sitz von Bundestag und Bundesregierung aus. |
| 15. Juni 1950 | Der Bundestag beschließt den Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat. |
| 19. Oktober 1950 | Hermann Ehlers (CDU) wird als Nachfolger des zurückgetretenen Erich Köhler zum Bundestagspräsidenten gewählt. |
| 20. - 22. Oktober 1950 | In Goslar wird auf dem CDU-Parteitag die Christlich Demokratische Union Deutschlands offiziell als Bundespartei gegründet. |
| 18. April 1951 | In Paris wird der Vertrag über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl unterzeichnet. Hiermit werden die Weichen für die Ausweitung der Montan-Union zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gestellt. Am 11. Januar 1952 verabschiedet der Bundestag gegen die Stimmen der SPD den Vertrag. |
| 26. Mai 1952 | Der Deutschlandvertrag, der das Besatzungsregime für die drei ehemaligen westlichen Besatzungszonen beendet, wird in Bonn unterzeichnet, am Folgetag der Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Beide Verträge werden am 19. März 1953 vom Bundestag bestätigt. Adenauer gelingt es auf diese Weise, die Pläne Stalins zu vereiteln, der über die Neutralisierung Deutschlands dessen Westintegration Europas verbauen und damit für die Sowjetunion eine Vormachtstellung in Europa sichern will. |
| 17. Juni 1953 | In Berlin und anderen Großstädten der DDR demonstrieren Hunderttausende für freie Wahlen und die deutsche Einheit. Mit Hilfe sowjetischer Panzer wird der Volksaufstand gegen das kommunistische SED-Regime niedergeschlagen. Am 3. Juli 1953 beschließt der Bundestag, den 17. Juni jährlich als "Tag der deutschen Einheit" zu begehen. Bereits in der Debatte am 1. Juli erklärt Konrad Adenauer: "Wiedervereinigung und Europäisches Zusammenleben sind notwendige Teile ein und derselben Politik." |
| | Die seit Anfang der 50er Jahre anhaltende wirtschaftliche Hochkonjunktur, als "Wirtschaftswunder" Ergebnis der sozialen Marktwirtschaft, beschert der jungen Bundesrepublik einen raschen und nachhaltigen Aufschwung. Dieser bewirkt das Erreichen der Vollbeschäftigung, schafft Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten, sichert den sozialen Frieden und hilft bei der Eingliederung der 12 Millionen Heimatvertriebenen. |
| 6. September 1953 | Bei der Bundestagswahl zum 2. Deutschen Bundestag erreichen CDU und CSU 45,2 %. Die Union bleibt stärkste Fraktion. Damit geht Adenauer erneut als Sieger aus der Wahl hervor. |
| 6. Oktober 1953 | Bei der Eröffnungssitzung des 2. Deutschen Bundestages wird Hermann Ehlers (CDU) als Bundestagspräsident wiedergewählt. |
| 9. Oktober 1953 | Konrad Adenauer wird wieder zum Bundeskanzler gewählt. Er führt die Regierungskoalition aus CDU/CSU, FDP, DP, GB/BHE (bis 23. Juli 1956). |
| 26. Februar 1954 | Da einerseits Stalin unverrückbar an der DDR festhalten will, die Westmächte ihrerseits auf der Integration Westeuropas einschließlich der Bundesrepublik beharren und die Bundesrepublik Deutschland Bestandteil der westlichen Gemeinschaft sein will, hat die Teilung Deutschlands zunächst auf unabsehbare Zeit Bestand. Eine Woche nach dem Ende der Berliner Viermächtekonferenz über Deutschland beschließt der Bundestag die erste Wehrergänzung des Grundgesetzes als Grundlage des Verteidigungsbeitrags der Bundesrepublik Deutschland. |
| 16. November 1954 | Eugen Gerstenmaier (CDU) wird als Nachfolger des am 29. Oktober verstorbenen Hermann Ehlers zum Bundestagspräsidenten gewählt. |
| 27. Februar 1955 | Der Bundestag stimmt den Pariser Verträgen mit großer Mehrheit zu. Am 7. Mai tritt die Bundesrepublik der Westeuropäischen Union (WEU), am 9. Mai der NATO bei. Die Bundesrepublik Deutschland ist damit gleichberechtigtes Mitglied im Verbund des freien Westens. Damit hat Konrad Adenauer sein vordringlichstes Ziel für die junge Republik erreicht. |
| 5. Mai 1955 | Das Besatzungsregime in Deutschland wird beendet. Das Besatzungsstatut erlischt, die Pariser Verträge treten in Kraft. Die Alliierten Hohen Kommissare werden durch Botschafter ersetzt. Damit ist die Bundesrepublik Deutschland ein Souveräner Staat. |
| September 1955 | Bei seinem Besuch in Moskau erreicht Konrad Adenauer zehn Jahre nach Kriegsende die Freilassung von fast 15 000 deutschen Kriegsgefangenen aus russischer Haft. |
| 15. Juni 1955 | Heinrich Krone wird als Nachfolger von Heinrich von Brentano zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. |
| 14. Dezember 1956 | Das Gesetz über die Eingliederung des Saarlandes wird verabschiedet. |
| März 1957 | Die Außenminister der Montan-Union (Deutschland, Frankreich, Italien und der Benelux-Staaten) unterzeichnen die Römischen Verträge. Sie treten am 1. Januar 1958 in Kraft. Ziel ist der Gemeinsame Markt und die Vereinheitlichung der nationalen Wirtschaftspolitik. |
| 21. Januar 1957 | Die bruttolohnbezogene dynamische Rente wird eingeführt. Der Bundestag verabschiedet auf Initiative der CDU/CSU-Fraktion die Gesetze zur Reform der Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellte. |
| 15. September 1957 | Bei der Bundestagswahl erreichen CDU und CSU 50,2 %. Mit ihrem Slogan "Keine Experimente" hat die CDU die Stimmung der Bevölkerung aufgenommen. Die Union erringt nicht nur die absolute Mehrheit der Mandate, sondern auch der Stimmen. Bei freien Wahlen auf nationaler Ebene hatte es noch nie einen derartigen Sieg einer Partei gegeben. |
| 15. Oktober 1957 | Bei der Eröffnungssitzung des 3. Deutschen Bundestages wird Eugen Gerstenmaier wieder zum Bundestagspräsidenten gewählt. |
| 22. Oktober 1957 | Konrad Adenauer wird wieder zum Bundeskanzler gewählt. Die Bundesregierung wird aus einer Koalition von CDU/CSU und DP gebildet. |
| 1. Juli 1959 | Die Bundesversammlung wählt Heinrich Lübke (CDU) zum Bundespräsidenten. |
| 13. August 1961 | Entgegen bisherigen Beteuerungen Walter Ulbrichts schließt die DDR die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Grenztruppen der DDR errichten die Berliner Mauer, die die Stadt fast 40 Jahre lang teilen wird. Die innerdeutsche Grenze wird von der DDR zu einem fast unüberwindlichen, tödlichen Bollwerk mit Stacheldraht, Minenfeldern und Wachanlagen ausgebaut. An der Mauer und an der innerdeutschen Grenze gilt auf DDR-Seite der "Schießbefehl". Bis zur deutschen Wiedervereinigung sterben 192 Menschen - nur weil sie von Ostdeutschland nach Westdeutschland wollen. Die Teilung Deutschlands ist damit zementiert, die Verwirklichung der Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit in weitere Ferne gerückt. |
| 17. September 1961 | Bei der Bundestagswahl erreicht die CDU/CSU 45,4 % und bleibt damit stärkste Fraktion. Vorsitzender der Fraktion wird Heinrich von Brentano. |
| 17. Oktober 1961 | Eugen Gerstenmaier wird wieder zum Bundestagspräsidenten gewählt. |
| 7. November 1961 | Konrad Adenauer wird wieder zum Bundeskanzler gewählt. Die Bundesregierung bildet eine Koalition aus CDU/CSU und FDP. |
| 2. Januar 1963 | Konrad Adenauer und Charles de Gaulle unterzeichnen den Elysee-Vertrag, der am 16. Mai fast einstimmig vom Bundestag bestätigt wird. Der Vertrag besiegelt die deutsch-französische Freundschaft. |
| 16. Oktober 1963 | Ludwig Erhard, der "Vater des Wirtschaftswunders", wird zweiter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, nachdem sich bereits am 23. April die CDU/CSU-Fraktion für ihn als Nachfolger Adenauers entschieden hatte. |
| 1. Dezember 1964 | Rainer Barzel wird als Nachfolger des am 14. November 1964 verstorbenen Heinrich von Brentano zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. |
| 19. September 1965 | Bei der Bundestagswahl erreichen CDU und CSU 47,6 %. Damit stellt die Union wieder die stärkste Fraktion. |
| 19. Oktober 1965 | Eugen Gerstenmaier wird wieder zum Bundestagspräsidenten gewählt. |
| 20. Oktober 1965 | Ludwig Erhard wird wieder zum Bundeskanzler gewählt. Er setzt die Koalition aus CDU/CSU und FDP fort. |
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