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13.11.2009

Volker Kauder

Depression darf kein Tabuthema sein




Der Tod des Torhüters Enke rückt Depressionen wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Bestehen überall genügend Möglichkeiten diese Krankheit richtig einzuschätzen und zu behandeln? Die Betroffenen dürfen nicht darunter leiden, dass ihre Krankheit nicht ernst genommen wird, sagt Volker Kauder in seinem Podcast.


Hallo, hier ist wieder Volker Kauder und ich berichte aus meinem politischen Tagebuch.
 
In diesen Tagen hat uns die Selbsttötung des Fußballnationaltorwarts Enke beschäftigt und auch mitgenommen.
 
Was ist geschehen, dass ein junger Mann, der so erfolgreich ist, so viel schon erreicht hat, freiwillig aus dem Leben scheidet? Er war krank, hatte Depressionen, war in ärztlicher Behandlung, aber er schien nicht gefährdet, sich das Leben zu nehmen.
 
Und jetzt, um diesen Tod herum, wird auf einmal eine Diskussion geführt: Werden Menschen mit Depressionen in unserem Land richtig wahrgenommen? Werden sie richtig behandelt? Und wir alle, die wir uns ein wenig mit diesem Thema schon vorher beschäftigt haben, wissen, dass Depressionen aus kleinen Anlässen heraus auf die Menschen zukommen können. Jeder von uns ist gefährdet! Sei es ein Problem in der Familie, im Beruf oder auch ein Lebensumstand, der einem etwas erschwert - all dies kann dazu führen, dass wir auf einmal depressiv sind, ohne uns dagegen wehren zu können.
 
Ich hoffe, dass jetzt eine Diskussion darüber beginnt, dass man Depression als Krankheit wie jede andere organische Krankheit anerkennt und dass man darüber auch reden darf.
 
Ich habe über viele Jahre hinweg auch psychisch kranke Menschen begleitet, die darunter gelitten haben, dass ihre Krankheit nicht richtig wahrgenommen und ernst genommen wird. Und wir müssen uns natürlich auch darüber Gedanken machen, ob wir genügend Möglichkeiten bieten, in solchen Situationen die richtige Behandlung, die richtige Einschätzung zu erhalten.
 
Ich finde es bemerkenswert, dass der Präsident des DFB, Herr Zwanziger, jetzt formuliert hat: Depression darf kein Tabuthema, psychische Probleme dürfen kein Tabuthema in Sportvereinen mehr sein!
 
Dies alles macht Enke nicht mehr lebendig. Aber wenn sein Tod uns jetzt herausfordert, die Diskussion neu zu beginnen, dann war nicht alles sinnlos.
 
Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

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Depression darf kein Tabuthema sein

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