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08.05.2008
Volker Kauder,
Eckart von Klaeden,
Dr. Angela MerkelDeutsche und europäische Partnerschaft zu Lateinamerika ausbauen
Lateinamerika-Konferenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Über 400 Gäste verfolgten am Donnerstag im Reichstagsgebäude die Lateinamerika-Konferenz bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel vor ihrer Reise nach Lateinamerika die Bedeutung dieses Erdteils für Europa hervorhob. Die Gäste diskutierten die Lateinamerika-Strategie, die am Dienstag von der Fraktion beschlossen wurde.
Die Länder Lateinamerikas werden aufgrund ihrer wirtschaftlichen Entwicklung immer wichtiger, davon ist die CDU/CSU-Bundestagsfraktion überzeugt. Am Donnerstag hat auf einem Kongress im Berliner Reichstag die Fraktion ihre Lateinamerika-Strategie präsentiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in ihrer Rede die Chancen für eine vertiefte Zusammenarbeit Europas und Lateinamerikas auf den Gebieten Klimaschutz, Umwelttechnik, Energie, Bildung sowie bei der klassischen Wirtschaftskooperation. „Wir wollen ihre Freundschaft und sind an einer gedeihlichen Zusammenarbeit interessiert“, sagte die Bundeskanzlerin vor den rund 400 Zuhörern, darunter viele Politiker und Botschafter aus lateinamerikanischen Ländern. Europa und Lateinamerika verbinden drei Säulen der Kooperation: kulturell, politisch und wirtschaftlich.
Der Kongress, der auch vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltet wurde, fand im Vorfeld der Reise der Bundeskanzlerin statt, die sie am kommenden Dienstag beginnen wird. Merkel wird Brasilien, Peru, Kolumbien, Mexico und den EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima besuchen. Merkel wies darauf hin, dass die Europäische Union mit 40 Prozent der Entwicklungshilfeleistungen für Lateinamerika, den größten Anteil überhaupt stelle. Europa habe ein Interesse an guter Regierungsführung, politischer Partizipation und nachhaltiger Entwicklung in dieser Region, deren Ausmaße aus europäischer Sicht nicht immer wahrgenommen werden.
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckart von Klaeden, hob die „lange Liste gemeinsamer Interessen“ Europas und Lateinamerikas hervor. Er rief dazu auf, das „neue Lateinamerika“ stärker in den Blick zu nehmen. Leider sei das Bild des Kontinents in Europa immer noch zu sehr geprägt von den 70er und 80er Jahren. Europa müsse sich darauf einstellen, dass die Welt in Zukunft weniger euro-atlantisch geprägt sein werde als heute. Lateinamerika sei jedoch auf Grund seiner Werte und seiner Geschichte ein strategischer Partner für Europa.
Fraktionsvorsitzender Volker Kauder sieht dort gute Chancen für den deutschen Mittelstand. Es komme jetzt darauf an, Kontakte zu verstärken und Entfernungen zu überwinden. Europa sei aufgerufen, „bewusster wahrzunehmen, was dort geschieht“.