Hier startet die Suche.

Twitter Fraktion

Twitter Abgeordnete

  • Dr. Stefan Kaufmann: Nach viel Arbeit im Hintergrund: Habe Privatisierung der Immobilienverwaltung der Weißenhofsiedlung abgewendet: http://t.co/NKILJvBB
    23.05.2012 15:43 h
  • Uwe Schummer: Mit Schülergruppe im #Finanzausschuss diskutiert. Waren sehr interessiert und diszipliniert. Jetzt bin ich im Büro, Briefe beantworten.
    23.05.2012 15:39 h
  • Ruprecht Polenz: "...Islam nicht mit Demokratie vereinbar sei.Baha Taher:So ein Quatsch, die Türkei und Malaysia zeigen das Gegenteil." http://t.co/a4RHB7w4
    23.05.2012 15:37 h
  • Dr. Michael Meister: Rede in der Aktuellen Stunde des Bundestages ab ca 15.45
    23.05.2012 15:36 h
  • Nadine Schön: Hab mich gefreut, gerade ein paar Saarländer im Reichstag zu treffen. Viel Spaß der Schulklasse von Engelbert Jaumann!
    23.05.2012 15:00 h

Hier startet der Seiteninhalt. Der Accesskey zur Rückkehr zum Seitenanfang ist die Ziffer 1.

Zum Seitenanfang
26.06.2008

Sibylle Pfeiffer

Genitalverstümmelung in Entwicklungsländern ausmerzen

Rede zur Gewalt gegen Frauen




16.a) Beratung BeschlEmpf u Ber (13.A)
zum Antrag CDU/CSU, SPD
Wirksame Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen
- Drs 16/9420, 16/9694 -
16.b) Beratung BeschlEmpf u Ber (13.A)
zum Antrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Mädchen und Frauen vor Genitalverstümmelung schützen
zum Antrag FDP
Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen ächten und bekämpfen
zum Antrag DIE LINKE.
Weibliche Genitalverstümmelung verhindern - Menschenrechte durch setzen
- Drs 16/3542,16/3842,16/4152, 16/8657 -
16.c) Beratung BeschlEmpf u Ber (13.A) zum Antrag CDU/CSU, SPD
Häusliche Gewalt gegen Frauen konsequent weiter bekämpfen
zur Unterrichtung Bundesregierung
Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
- Drs 16/6429, 16/6584, 16/9367 -


Frau Präsidentin!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
 
Liebe Frau Kollegin Schewe-Gerigk, ich möchte zu­nächst kurz auf Ihre Rede eingehen. Unsere Sympathie für das Thema erkennen Sie daran, wie sorgfältig wir da­mit umgegangen sind. Dass letztendlich kein gemeinsa­mer Antrag formuliert werden konnte, lag daran, dass Sie keine Zeit hatten.
 
(Irmingard Schewe-Gerigk [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Sollten wir noch länger als eineinhalb Jahre warten?)
 
– Ja; denn dabei ist etwas herausgekommen, das Sie wunderbar verwenden könnten, nämlich die interminis­terielle Arbeitsgruppe und die Verlängerung der Verjäh­rungsfrist. Das ist wirklich wichtig; denn damit können wir den Frauen noch im Nachhinein die Möglichkeit ge­ben, wenigstens ein kleines bisschen Genugtuung zu er­reichen. Denn die Verletzungen – das muss ich Ihnen nicht näher erläutern – bleiben für die Ewigkeit. Ent­wicklungsprojekte zu unterstützen, liebe Frau Kollegin Schewe-Gerigk, ist Job der Entwicklungspolitiker. Das machen wir seit Jahren.
 
Ich berichte Ihnen aus der Praxis für die Praxis. Ich war vor kurzem in Äthiopien und habe dort ein Projekt besucht, das vom EED betreut wird. Dort haben sich 5 000 Menschen, darunter auch Männer und Dorfälteste, zu einer Community zusammengeschlossen und haben beschlossen, diverse Themen anzugehen, zum Beispiel Family-Planning und Nourishing, aber auch das Thema Beschneidung. Ich habe eine Frau, die dort saß und ein Baby auf dem Arm hatte, gefragt: Ist das ein Mädchen? Sie hat geantwortet: Jawohl, das ist ein Mädchen. Dann habe ich sie gefragt: Würden Sie jemals zulassen, dass dieses Kind beschnitten wird? Sie hat geantwortet: Nein, nie. Dann habe ich sie gefragt: Woher nehmen Sie Ihren Mut? Darauf hat sie geantwortet: Die Community steht hinter mir. – Genau das ist das Thema. Es gibt mittler­weile in ganz vielen Entwicklungsländern Gesetze, die Genitalverstümmelung verbieten.
 
(Irmingard Schewe-Gerigk [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Aber hier in Deutschland wird nichts getan! Das ist der Punkt!)
 
Wir können uns aber kaum vorstellen, was es heißt und welcher maximale politische Wille sich dahinter verbergen muss – wir reden hier von Traditionen –, ge­sellschaftliche Veränderungen vorzunehmen. Dieser massive politische Wille ist im Übrigen im Bereich des Good Governance anzusiedeln. Für Regierungen ist das sehr schwierig, weil langwierig. Traditionen aufzubre­chen, ist das Langwierigste, was wir uns vorstellen kön­nen. Wenn es uns aber gelingt, in den Entwicklungslän­dern à la longue etwas zu erreichen wie der EED in Äthiopien, hat das auch Auswirkungen bei uns. Ich bin ziemlich froh, dass ich in Deutschland geboren bin und hier aufwachsen durfte; denn wir Frauen wissen, was es bedeutet – ich glaube, wir alle spüren das sogar –, mit dreckigen Glasscherben und stumpfen Rasierklingen ge­nital verstümmelt zu werden, und das alles ohne Betäu­bung. Wenn es uns gelingt, dies in den Entwicklungslän­dern mittel- und langfristig auszumerzen, dann müssen wir darüber hoffentlich nicht mehr reden. Maßnahmen sind getroffen worden.
 
Mit unserem fraktionsübergreifenden Antrag decken wir alles ab, was abzudecken ist. Ich denke, es ist ein gu­ter Antrag. Sie alle können ihm zustimmen.
 
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)
Sibylle Pfeiffer

Foto: CDU/CSU-Fraktion
Sibylle Pfeiffer


Themen - A bis Z
Genitalverstümmelung in Entwicklungsländern ausmerzen