Auch wenn die Bundespräsidentenwahl vielleicht nicht besonders elegant gewesen sei, - am Schluss zähle das Ergebnis, resümiert Volker Kauder die Wahl des Bundespräsidenten. Er ist sich sicher: „In wenigen Wochen werden alle Menschen sagen: Mensch, toll, was für einen tollen Bundespräsidenten wir haben.“
Frage: Das war kein Neustart, das sagt selbst der sächsische CDU-Ministerpräsident Stanislaw Tillich.
Kauder: Wir hatten an diesem Tag die Aufgabe, einen Bundespräsidenten zu wählen und wollten unseren Kandidaten Christian Wulff durchbekommen. Das haben wir geschafft, am Schluss auch mit der absoluten Mehrheit. Es war ein schwerer Durchgang, das muss man sagen. Aber am Schluss zählt das Ergebnis. Das, was wir erreichen wollten, haben wir erreicht. Deutschland hat einen neuen, einen wirklich sehr guten Bundespräsidenten.
Frage: Woran hat es gelegen, dass es dreier Wahlgänge bedurfte? War es doch sozusagen eine verdeckte Rache auch an der Bundeskanzlerin, an der schlechten Performance der Bundesregierung in den letzten Monaten?
Kauder: Ach wissen Sie, die, die sich enthalten haben und nicht mitgemacht haben in den ersten zwei Wahlgängen, auch im dritten dann einige nicht, die haben mir nicht gesagt, warum sie es nicht gemacht haben. Deswegen ist es müßig, darüber zu philosophieren, was dabei war. Auf jeden Fall, wenn da der Wunsch war, etwas zu demonstrieren, dann haben wir nur gezeigt, dass es offenbar schwer genug ist, die Mehrheit, die man hat, auch einzusetzen, um ein Staatsamt zu besetzen. Deswegen bin ich froh, dass wir es geschafft haben, und dass wir jetzt einen guten Bundespräsidenten haben. Es war nicht besonders elegant vielleicht, aber das Ergebnis zählt. In wenigen Wochen werden alle Menschen sagen: Mensch, toll, was für einen tollen Bundespräsidenten wir haben.
Die Fragen stellte Ulrich Deppendorf