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10.09.2010

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Kirchen und Religionsgemeinschaften

Beauftragte(r)

Unser Staatskirchenverständnis beruht auf der klaren Trennung von Staat und Kirche. Die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes haben sich jedoch für eine enge Kooperation mit den Kirchen, die als Vermittler von Werten in unserer Gesellschaft und als Träger zahlreicher sozialer Einrichtungen als relevante Instanzen anerkannt sind, entschieden. Aus ihrem missionarischen und karitativen Auftrag heraus stehen die Kirchen selbst in der Verantwortung, sich in gesellschaftspolitischen Fragen zu engagieren und einzubringen. Vor diesem Hintergrund ist es der CDU/CSU-Fraktion wichtig, grundsätzlich und bei speziellen Sachthemen in einen engen Austausch mit den verschiedenen Kirchen und Religionsgemeinschaften zu treten.
 
Wir Christdemokraten fühlen uns in unserer Grundorientierung den christlichen Kirchen besonders verbunden. Der Auftrag zur gegenseitigen Kenntnisnahme und zum regelmäßigen Austausch betrifft allerdings keinesfalls nur die beiden großen christlichen Kirchen, mit denen die Verbundenheit traditionell sehr hoch ist, sondern umfasst eine Vielzahl von Kirchen und Religionsgemeinschaften, die in der Bevölkerung vertreten sind. Der Dialog mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften erfolgt unabhängig vom rechtlichen Status der einzelnen Gruppierungen, ihrer Größe oder ihrer Bestandsdauer. Neben den katholischen und evangelischen Kirchen sind nicht zuletzt die israelitischen Kultusgemeinden und die Muslime, sondern auch eine Vielzahl kleinerer Denominationen, die mit eigenen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung vertreten sind, wichtige Ansprechpartner. Auch Fragen des interreligiösen Dialoges spielen dabei eine wichtige Rolle, dies gilt besonders für die drei abrahamitischen Religionen des Islams, des Judentums und des Christentums.
 
Meine Aufgabe als Beauftragte der Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften ist das regelmäßige Gespräch mit Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Es geht nicht darum, aufeinander Einfluss zu nehmen, sondern das offene Gespräch zu suchen. In einer Vielzahl von Treffen werden Stellungnahmen zu einer Bandbreite von Themen ausgetauscht. Dabei sind nicht nur kirchenpolitische Fragen im engeren Sinne wichtig, sondern in zahlreichen Bereichen wie z.B. der Familienpolitik, Fragen des Lebensschutzes, der Sozialpolitik, Entwicklungshilfe und Menschenrechtsfragen sind die Kirchen und Religionsgemeinschaften von jeher relevante Gesprächspartner für die CDU/CSU. Wichtig ist es mir zu betonen, dass der Austausch mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften wechselseitig erfolgt: so trete ich an die Kirchen heran, um ihre Position zu bestimmten Sachfragen zu erfragen und erläutert zu bekommen und umgekehrt wenden sich kirchliche Beauftragte mit der Bitte an mich, ihre Stellungnahmen in die Fraktion zu transportieren.